Jan Eißfeldt ist ein Phänomen. Der Rapper von den Beginnern kann machen was er will: alles gelingt. Völlig überraschend lieferte der Mann mit den vielen Pseudonymen im Jahr 2001 das Sommeralbum des Jahres ab. „Searching For The Jan Soul Rebels„ begeisterte nicht nur mit lupenreinem Reggae sondern vor allem mit sehr guten Texten in deutscher Sprache. Nachdem der Hamburger eindrucksvoll bewiesen hat, das ein Reggae-Album auf Deutsch nicht nach Ballermann-Hits klingen muss, hat sich Jan Delay nun ein neues Genre vorgeknöpft: den Funk. Das Rezept ist dabei ähnlich wie beim Vorgänger. Die näselnde Stimme des Glatzenträgers aus dem Stadtteil Eimsbüttel, eine zackige Band (Disko No. 1), die reichlich Groove mitbringt, und dazu Eizi Eiz' vom HipHop geprägten Texte, natürlich auf Deutsch. Und das Konzept geht auf.
Das Funk und Soul mit deutschen Texten funktionieren kann, hat übrigens auch schon vor Eißfeldt ein gewisser Stefan Gwildis bewiesen. Nur das der nicht wie Jan Phillip Eißfeldt in einer linken WG sozialisiert und aufgewachsen ist. Denn seine kritische aber stets augenzwinkernde Art hat sich Eißfeldt bewahrt. Etwa wenn er in „Kartoffel“ über das „öde Gemüse und seine Eigenschaft“ singt, das „Stärke besitzt aber keinen Geschmack“ und damit das Tennissocken-Sandalen-Image der Deutschen meint. Auch andere „amtliche Bretter“ hat Eißfeldt in den schaukelnden Kofferraum seines „Mercedes Dance“ geladen. Das Groove-Monster „Klar“, zurecht als Single auswählt, das clubtaugliche „Plastik“, ein Song, den Michael Jackson wohl gern geschrieben hätte, und „Feuer“ mit rockig-funkiger Gitarre, die ein wenig an die Stones der 70er erinnert.
Dabei hätte der „Mercedes Dance“ fast seine Jungfernfahrt nicht angetreten. Erst Produzent Matthias Arfmann (Turtle Bay Country Club) konnte den von den Anforderungen einer Live-Produktion völlig überarbeiteten HipHop-Bastler nach einer Zwangspause zum Weitermachen bewegen. Nachdem Arfmann als Produzent dann das Ruder übernahm, wurde das Album doch noch fertig. Als nächste Tat plant Jan Delay übrigens ein Rockalbum. Dafür hat er schon mal den Rat des deutschen Altrockers schlechthin eingeholt: Auf dem letzen Song näselt Delay mit Chefpaniker Udo Lindenberg um die Wette.
CD-Tipp - Mit souliger Stimme verzaubert John Legend auch auf „Once Again“. Der funkige Song "Save Room" ist zweifellos der beste Auftakt, den eine CD haben kann. Bei der neuen Scheibe hatten Musikgrößen wie Kanye West und Will.i.am. ihre Finger mit im Spiel. ... mehr
Video-/Audio-Stream
Diverse - "Optik Takeover!"
Stream - "Optik Takover!" ist der aktuelle Sampler aus dem Hause Optikrecords, den euch Scoolz heute vorstellt. Wir haben jede Menge Videos, Audios und Downloads zusammen getragen. Hört und seht: Kool Savas, Ercandize, Amar, Caput, Melbeatz, Moe Mitchell, Sinan und DJ Nicon. ... mehr
International Pony
„Die Hörner abgestoßen“
International Pony - Kurz nachdem die Hamburger DJ Koze, Cosmic DJ und Erobique in einem Berliner Hotelzimmer International Pony gründeten, folgte 2002 mit „We Love Music“ ihr Debüt-Album . Nun veröffentlichen sie nach vier Jahren Pause ihr zweites Werk „Mit dir sind wir vier“. ... mehr
Video-Stream
Jan Delay - "Klar"
Stream - Jan Delay, der HipHoper mit den unzähligen Pseudonymen, entdeckt für seine aktuelle Single "Klar" den Funk. Scoolz hat das Video für dich. ... mehr
An Grundsätzen hält man nur fest, solange sie nicht auf die Probe gestellt werden; geschieht das, so wirft man sie fort wie der Bauer die Pantoffeln und läuft, wie einem die Beine nach der Natur gewachsen sind. Otto Fürst von Bismarck