Wo bin ich: music · stories  

published: 05.09.2006
International Pony
„Die Hörner abgestoßen“
International Pony - „Mit dir sind wir vier“ (Foto: Sony BMG)
International Pony - „Mit dir sind wir vier“
(Foto: Sony BMG)
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Abwechslung ist Trumpf. Das könnte das Motto von Internatio-nal Pony sein, dem Elektro-Trio mit dem schrägen Namen. Kurz nachdem die Hamburger DJ Koze, Cosmic DJ und Erobique in einem Berliner Hotelzimmer International Pony gründeten, folgte 2002 mit „We Love Music“ ihr Debüt-Album und gleichzeitig eine der aufregendsten elektronischen Platten des Jahres. Dabei waren alle Mitglieder der Band nun wirklich keine Neulinge auf den internationalen Showbühnen.

DJ Koze und Cosmic DJ hatten sich zuvor mit Fischmob erste Lorbeeren im noch jungen deutschen HipHop-Geschäft verdient. Parallel zu den Fischköpfen setzte Koze durch zahlreiche Projekt und Remixe - legendär ist Blumfelds „Tausend Tränen tief“ - zu einer beachtlichen Karriere an den Plattenspielern sämtlicher namhafter Clubs an. Jährlich findet der ge-bürtige Flensburger seinen Namen in den Trendcharts der besten nationalen DJs unter den ersten Positionen. In der Zwischenzeit verdingte sich Erobique alias Carsten Meyer mitsamt Weltraumorgel als eine Art urbaner Alleinunterhalter.

Was also herauskommt, wenn drei Vielseitigkeits-Musiker ihre Eigenschaften und Geschmäcker bündeln, war auf dem ersten Album der Ponys zu hören: Eine Platte voll schön-schräger Musik, bei der die Soundtüftler weit über den Tellerrad der elektronischen Musik hinausblickten und neben ihrem norddeutschen Humor ihre große Liebe zu schwarzem Soul und Funk offenbarten.

Nun, ein paar Jahre später, legen die Warmblüter nach. „Mit dir sind wir vier“ heißt der lang ersehnte Nachfolger des ersten Albums, das laut DJ Koze „wahrscheinlich ein bisschen ruhiger“ ist. Denn nach eigenen Angaben werden nun einmal auch die Ponys älter und haben sich langsam aber sicher „die Hörner abgestoßen. Die wilden Zeiten sind vorbei, man findet langsam zu sich“, so Koze verheißungsvoll.

Die Männer hinter der Maske - International Pony ganz zahm. (Foto: Public Address)
Die Männer hinter der Maske - International Pony ganz zahm.
(Foto: Public Address)
Ihren speziellen Witz haben sich die Nordlichter jedoch auch auf ihrem neuen Werk bewahrt. Etwa wenn sie in „Gothic Girl“ die äußerst unterschiedlichen Bedeutungen von schwarzer Musik beschreiben. Dass die drei trotz aller Freundschaft musikalische Individualisten bleiben, wie noch auf „We Love Music“ klar spürbar, merkt man dem neuen Album nicht mehr unbedingt an. Deutlich „dichter und homogener“ präsentiert sich das Werk, laut Cosmic DJ - aber hat sich das tatsächlich auch auf die Meinungen der Macher übertragen? „Bei diesem Album gibt es kein Konzept“, so Cosmic DJ. „Wir gehen überhaupt nicht planvoll vor beim Musik machen. Wenn wir ein klares Konzept hätten, hätte das Ganze auch nicht so lange gedauert.“ Das sieht Erobique jedoch ganz anders: „Es gibt ein Konzept. Das ist aber kein Konzept im Sinne eines klassischen Konzept-Albums. Wir wollen natürlich, dass das Album eine Dramaturgie in sich hat, dass jeder Ton schlüssig ist und jedes Stück greift. Nicht unbedingt musikalisch sondern, dass es da einfach eine Dramaturgie gibt wie in einem Film.“




[Jörg]
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Leistung allein genügt nicht. Man muss auch jemanden finden, der sie anerkennt.

Marcel Mart

…dass ein Känguru nicht springen kann, solange sein Schwanz nicht den Boden berührt?
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