Ein Händchen für das Geschäft hatte Benedikt Taschen schon immer. Bereits im zarten Alter von zwölf Jahren begann der Teenager damit, gebrauchte Comicbücher zu Geld zu machen. Schon mit 15 war der Arztsohn von seinen Eltern finanziell unabhängig. Knapp drei Jahre später eröffnetet Taschen in der Kölner Innenstadt seinen ersten Laden. Eine revolutionäre Idee kommt dem jungen Mann einige Jahre später: Schon als Kind stöberte Taschen gerne in Foto- und Kunstbildbänden. Da solche Bücher aber ziemlich teuer waren, überstiegen sie meistens sein Budget. Das Problem bei Kunstbüchern mit aufwendigen Drucken ist, dass sie meist nur in kleiner Auflage gedruckt werden und deshalb immer sehr teuer sind. Taschen ist aber davon überzeugt, das solche Bücher auch für eine breiteres Publikum interessant sein könnten, wenn sie nur billiger wären. Also leiht er sich von Verwandten Geld, um die 40.000 restlichen Exemplare eines Bildbandes über René Magritte zu kaufen. Der Weiterverkauf zum günstigen Preis wird in Deutschland für den ersten Taschen-Bildband ein großer Erfolg. Und mit seiner Idee entdeckt Taschen eine Marktlücke. Schon kurze Zeit später verlegt der Jungunternehmer seine Bildbände unter eigenem Namen. Heute gehört der Taschen Verlag zu den erfolgreichsten der Branche. Taschen hat finanziell längst ausgesorgt, was ihn aber nicht davon abhält, sein Angebot ständig zu erweitern. Erst im Herbst 2003 eröffnete er eine neue, von Design-Papst Philippe Starck gestaltete Filiale seines Buchimperiums in Los Angeles….
In dem Film von Frank Eggers erinnert sich Benedikt Taschen an die wichtigsten Stationen seines Lebens. Mit dem Kamerateam, das Leben und Alltag des Verlegers dokumentiert, reiste der Deutsche in seine zweite Heimat Kalifornien, wo der Designliebhaber in dem futuristische "Chemosphere House" des amerikanischen Architekten John Lauthner lebt. Auch die Wurzeln seines Erfolgs, den Buchladen in Köln, hat er mit den Filmemachern besucht.
„Biografie - Benedikt Taschen“, 08.10., 15.35 Uhr; Arte