Im Jahr 1816 spielte das Wetter plötzlich verrückt: Von April bis September gingen ständig Regen-, Graupel- und Schneeschauer nieder. Der Sommer fiel in Europa komplett aus. Riesige Missernten waren nicht nur dort sondern auch in Nordamerika die Folge. Seuchen und Hungersnöte töteten Tausende auf der ganzen Welt. Der Auslöser für eine der größten Klimaschwankungen in der Geschichte der Menschheit liegt 1816 schon ein Jahr zurück: Auf der indonesischen Insel Sumbawa war am 10. April 1815 der Vulkan Tambora ausgebrochen. Ganze fünf Tage spie der einst etwa 4000 Meter hohe Berg Lava und Geröll. In einem Umkreis von 500 Kilometern herrschte für drei Tage totale Finsternis. Etwa 10.000 Menschen verloren sofort ihr Leben. Die riesige Explosion – einer der größten bekannten Vulkanausbrüche aller Zeiten – entsprach der Sprengkraft von 170.000 Hiroshima-Bomben. Die Folgen für das Klima waren aber weitaus stärker als nach einer Atomexplosion: Statt eines atomaren Winters sorgte ein Jahr später ein vulkanischer Sommer für dramatische Klimaveränderungen. Als „Schneesommer“ ging der kälteste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Schätzungen gehen davon aus, dass insgesamt weit über hunderttausend Menschen dem Vulkan zum Opfer vielen.
 |
| Auch 200 Jahre nach dem Ausbruch des Tambora hat der Vulkan seine Spuren hinterlassen. |
| (Foto: Arte/Tetra Media) |
Heute ist der Tambora nur noch 2850 Meter hoch. Über 1000 Meter seiner einstigen Höhe verlor der Vulkan bei der Explosion. Das alles ist fast 200 Jahre her. Doch ihre Spuren hat die Katastrophe auch in der Klimaforschung hinterlassen. Dafür interessiert sich der amerikanische Klimatologe Michael Chenoweth. Der Forscher und seine Kollegen machen mit dem Dokumentarfilm deutlich, wie sehr das Wetter einer Region von äußeren Einflüssen abhängt und wie stark unsere Klimazonen miteinander verflochten sind. Und sie stellen die Frage was geschehen würde, wenn sich diese Geschichte irgendwo auf der Erde wiederholte?
„Die Klimakatastrophe von 1816“, 04.11., 20.40 Uhr; Arte