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Dass sich Microsoft bisher mit der Zielgruppe der unter 12-Jährigen noch extrem schwer tut, macht dem Konzern zu schaffen, stellen die Kleinen doch einen riesiges Segment in der Spielewelt dar. Die bunten Figuren des Konkurrenten Nintendo, mit seinen Pokemons und Yu-Gi-Ohs, sind da kaum zu schlagen. Doch jetzt bläst Microsoft zum Gegenangriff, oder sollte man sagen zur Knuddelattacke? Denn mit „Viva Pinata“ wird ein derartig bunter und knuffiger Haufen Tierchen auf die Welt losgelassen, dass auch erwachsene Spieler wieder weich und kindlich werden und damit beginnen, Tierchen zu züchten.
Doch halt, erstmal zur Erklärung: "Viva Pinata" ist eine superschrille, quietschbunte Welt, die es neben dem Spiel auch als Merchandise (was auch sonst) und als TV-Serie zu bestaunen gibt. Es geht um das paradiesische Leben der Pinatas, wenn diese sich nach erledigter Arbeit als Geburtstagsgeschenk auf Erden zur Ruhe setzen.
In dieser Welt ist alles farbenfroh, detailverliebt und fast schon japanisch-schräg. Der Spieler übernimmt die Pflege eines Stückes dieses Edens und bereitet es für die Pinatas vor. Da muss ganz im Stile des Nintendo-Klassikers „Animal Crossing“ viel alltägliche Arbeit erledigt werden: Müll wegräumen, Boden auflockern, Pflanzen setzen und wässern. Eben für einen schönen Garten sorgen, der dann wiederum die unterschiedlichsten Pinata-Arten – und davon gibt es mehr als 60 – anlockt. Je nachdem, wie gut man die Minispiele meistert, seinen Garten hegt und pflegt, und für die Tierchen sorgt, sammelt man so erstaunliche Kreaturen in seinem Garten. Die können sich dann auch fortpflanzen und mehren. Die neuen Jungtiere kann man dann per Xbox Live mit Freunden tauschen und so zum weltumspannenden Züchter von Pinatas werden.
Als erwachsenes Exemplar Mensch muss ich jedoch dazu sagen, dass die oben genannte Strategie des Microsoft-Konzerns voll aufgeht, denn die Pinata-Welt ist so bunt, so überzuckert und so schrill, dass sie in die Kategorie „dafür-bin-ich-zu-alt“ fällt. Sprich: Mama und Papa werden wie Ochs vorm Berg stehen, wenn es darum geht, diese Welt zu entdecken und die Faszination zu teilen, die die Kleinen damit haben. Doch allen Kindern und Kindgebliebenen wird das Spiel viel Freude bereiten. Es kommt völlig ohne Gewalt aus, fördert die Sorgsamkeit, spendet kuschelige Nähe und ist ganz und gar kindgerecht. Voll auf Zielgruppe, sozusagen.
[Lars]
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