Unter dem Stichwort „Nervennahrung“ ist sie vielen bekannt. Berüchtigt ist sie für ihren großen Anteil an Fett und Kalorien. Die Rede ist von der Schokolade, dem vielleicht beliebtesten Genussmittel der Welt. Allein in Deutschland verzehrt jeder Bundesbürger knapp neun Kilo der kakaohaltigen Masse. Dabei ist Kakao schon lange bekannt. Den Mayas, die Ureinwohner Mittelamerikas, waren Kakaobohnen heilig. Dort wurde nicht nur der Trank der Götter daraus gebraut, der Genuss war sogar nur Personen von adliger Herkunft möglich. Auch als Zahlungsmittel setzten die Indianer die Bohnen ein. Bei den Mayas wurde nur eine der edelsten Kakaobohnen kultiviert, der Criollo. Heute findet man das sensible Gewächs nur noch in den dichten Regenwäldern Venezuelas. Und genau dort hat der Schokoladenliebhaber Gianluca Franzoni die
Bohnen gefunden. Auf der Hazienda San José lernte Franzoni alles über den Edelkakao. Für seine italienische Firma will er nun Schokolade herstellen, die frei von Zusatzstoffen ist. Doch um den empfindlichen Criollo-Busch zu züchten, braucht es viel Geduld. Meist ist der Busch schon nach kurzer Zeit von Pilzen und Schädlingen befallen...
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| An der Küste Venezuelas entdeckte Christoph Kolumbus bei seiner Landung 1502 auch den Kakao. |
| (Foto: Arte/Medienkontor) |
Nicht erst seit Johnny Depps Erfolgsfilm „Chocolat“ weiß man um die Qualitäten der aromatischen Bohne aus Lateinamerika. Die Reportage von Jörg Daniel Hissen und Peter Moers wandelt auf den Spuren der Indianer genauso wie auf den Spuren der modernen Lebensmittelindustrie. Denn das Ziel von Franzoni und seiner Firma ist es, Schokolade herzustellen, wie schon die Maya sie kannten. Mit "Hacienda San José" hat er das geschafft, doch der kleine Markt der Edelschokoladen ist hart umkämpft.
„Ein Traum von Schokolade“, 24.02., 14.55 Uhr; Arte