Obwohl die Sängerin Ayo. mit dem Album "Joyful" ihr Erstlingswerk abliefert, weiß man sofort, dass hier jemand am Werk war, der sich in der Musik vollkommen zu Hause fühlt. Ab der ersten Sekunde schafft es die 26-Jährige mit der zerbrechlich-klaren Stimme, den Hörer in ihre Musik zu verwickeln.
Eindringlich legt sie ihre Gefühle dar und schon zum Ende des ersten Tracks ("Down On My Knees") lässt sich der Kloß im Hals kaum noch verleugnen. Ayo. wählt eine Mischung aus Reggae, Soul und R´n´B, um ihrem Publikum nahe zu kommen - und das tut sie. Ihre afrikanischen Wurzeln begleiten die Sängerin permanent, ihre spezielle Intonation unterstreicht die versteckt-drängende Rhythmik, die sich durch das Album zieht.
Eine optimale Dosis an instrumentaler Untermalung bildet die dezent-warme Kulisse für Ayo.s Geschichten, an der sich die Tochter eines Nigerianers und einer Rumänin entlanghangelt. Sie erzählt von ihrer Kindheit mit einer drogenabhängigen Mutter, von ihrem Sohn und der leisen, tiefen Liebe. Der rote Faden der Scheibe ist die Sängerin selbst - ihre Emotio-nen bilden den Mittelpunkt eines jeden Stückes.
Den positiven Pol bildet eindeutig "And It´s Supposed To Be Love", der mit Mandolinen und Hammond-Orgel karibisches Flair und herzliche Leichtigkeit erzeugt. Am anderen Ende der Stimmungskurve befindet sich "These Days". In seiner tiefen Traurigkeit bannt es die Erinnerungen an Tage, in denen die Seele in schwarze Löcher abtaucht und das Bett der einzig freundliche Ort zu sein scheint. Die Sängerin kommt gänzlich ohne Pathetik aus, man glaubt ihr einfach.
Ayo. riskiert mit dieser ehrlichen Scheibe Verletzlichkeit. Eine Annäherung an ihre Musik erfolgt zwangsläufig über ihre Persönlichkeit. In "Life Is Real" nimmt sie dazu Stellung: "I Am Real From Head To Toe Just Like My Heart And Like My Soul". So persönlich wie sie es meint, so persönlich nimmt man dieses Album. Es trifft im Herzen und in der Seele und fordert auf, einfach mal wieder in den Himmel zu schauen.
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