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published: 28.03.2007
CD-Tipp
LCD Soundsystem – „Sound Of Silver“
LCD Soundsystem – „Sound Of Silver“ (Foto: EMI)
LCD Soundsystem – „Sound Of Silver“
(Foto: EMI)
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James Murphys Karriere ist schon erstaunlich: Vom Landei, das irgendwo in der amerikanischen Provinz aufwächst, schaffte es der Mann zum König aller Hipster. Als er und sein New Yorker Label DFA 2001 plötzlich am Horizont der Musiklandschaft auftauchten, jubelten zuerst nur DJs und deren Kunden auf den Tanzflächen der coolsten Clubs der Welt. Der Status des Geheimtipps wich mit Veröffentlichung des gleichnamigen Debütalbums von LCD Soundsystem. Plötzlich erschienen Lobeshymnen über die New Yorker sogar auf der Kulturseite jeder Modezeitschrift. Keine Frage, das LCD Soundsystem lieferte den Sound der Stunde und Mastermind Murphy war der coolste Mann des Planeten.

Dabei hatten er und seine Label-Partner Tim Goldsworthy nichts weiter gemacht, als den Ansatz der New Yorker No-Wave-Szene konsequent zu Ende zu denken. Zielsicher fand das Label die Schnittstelle aus Punk, Disko und Elektrosounds und transformierte sie ins Hier und Jetzt. Punk-Funk nannte die Musikpresse den Sound des 37-Jährigen, der es endlich wieder möglich machte, zu Punk-Gitarren zu tanzen.

Das alles ist zwei Jahre her. Nun legen Murphy und seine Live-Crew, bestehend aus Sängerin Nancy Whang, Pat Mahoney und Tyler Pope, mit „Sound Of Silver” nach. Das Album klingt irgendwie breiter als der Vorgänger, bietet fast poppige Ansätze. Zwar bringt Murphy auch den ein oder anderen Tanzflächenfüller („Watch The Tapes“, „Get Innocuous!“), insgesamt wirken die Songs aber nicht so dreckig wie etwa „Daft Punk Is Playing In My House“, die Single vom letzten Album. „Sound Of Silver“ ist eher eine Platte für zu Hause.

Dass der ganze Rummel um seine Person Murphy ziemlich auf die Nerven geht, scheint übrigens die Aussage vom letzten Song zu sein. In „New York, I Love You But You`Re Bringing Me Down“ zeigt der New Yorker, dass er auch ein richtig guter Songwriter ist. Die stille Piano-Ballade ist eine Hommage an den Big Apple. Und zeigt, dass Musik-Genres nur von Leuten aufgestellt werden, die sich zwanghaft an Trends halten müssen.


eventim.de

Seeed



[Jörg]

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