Was ihr heutzutage ganz selbstverständlich in Gewürzregalen findet, hat meist schon einen langen Weg hinter sich. Paprika, Pfeffer oder Curry stammen nämlich ursprünglich nicht aus Europa, sondern wurden vor langer Zeit aus Südamerika oder Asien hierher transportiert und in deutschen Küchen etabliert.
Viele der täglich verwendeten Gewürze entfalten neben ihren charakteristischen Aromen auch heilende Wirkungen. Die Techniker Krankenkasse informiert euch, woher sie kommen und wie sie wirken.
Pfeffer: Das Gold der Antike
Vor über 3000 Jahren brachten Händler Pfefferkörner von Indien nach Europa. Was ihr euch beispielsweise genüsslich aufs Frühstücksei streut, galt zunächst rein als kostbare Gaumenfreude für die oberen Klassen; Pfeffer wurde zeitweilig sogar mit Gold aufgewogen.
Eigentlich sind die so betitelten "Pfefferkörner" kleine Beeren, die zunächst grün, mit zunehmender Reife dann gelb und schließlich rot verfärbt sind. Je nach Farbe und Anbaugebiet zeichnet sich das Gewächs durch verschiedene Aromen aus, so schmeckt Grüner Pfeffer meist etwas zitronig, während Weißer sehr scharf und weniger aromatisch als der seltene Rote Pfeffer ist. Schwarze Pfefferkörner variieren stark im Geschmack.
Verantwortlich für das pfeffrige Aroma sind die in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle, die Schärfe verursacht das Alkaloid Piperin. Diese Inhaltsstoffe wirken verdauungsfördernd, da sie die Speichelmenge und die Magensaftsekretion steigern. Besonders hilfreich erweist sich scharfes Essen übrigens bei Appetitlosigkeit oder Sodbrennen wie auch bei Verstopfung, Erkältungskrankheiten und Zahn- oder Kopfschmerzen.
Paprika oder "Spanischer Pfeffer"
Als Christoph Kolumbus 1492 im Irrglauben, Indien erreicht zu haben, in Südamerika ankerte, entdeckte er aus europäischer Sicht nicht nur den Kontinent, sondern auch die Paprika. Die in Südbrasilien bis Bolivien wachsenden Früchte wurden von den Ureinwohnern zum Würzen verwendet – und von Kolumbus nach Spanien überführt. Da das scharfe Gewächs dem Geschmack des Pfeffers ähnelte, benannte er es zunächst danach.
Bis heute ist die Vielzahl an Bezeichnungen für Paprika-Gewächse nicht leicht zu durchschauen. Grob lässt sich eine Unterscheidung zwischen Paprika und dem sehr scharfen Chili treffen, obwohl beide derselben Gattung zuzuordnen sind. Die mildere Gemüsepaprika wurde erst später kultiviert und wird nicht als Gewürz verwendet.
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