Was erwartet man von einer deutschen Künstlerin, die bereits Alicia Keys auf ihrer US-Tournee als Support-Act begleitet hat? Ein Stimmwunder am Piano? Zwar hat Zascha Moktan ebenso wie ihre bekannte Sangeskollegin schon in jungen Jahren ihre Leidenschaft für das Klavier spielen entdeckt, doch lässt sie sich dies auf ihrem ersten Studioalbum nicht anmerken. Das überlässt sie momentan noch anderen. "The Bottom Line" eignet sich ausgezeichnet als Spielfeld für die musikalische Vielfältigkeit der 26-jährigen.
Zaschas Musik lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Von Soul, Blues, über Country bis hin zu HipHop-Beats findet sich alles auf "The Bottom Line". Sie deckt alles ab, passt stimmlich jedoch besser in die Soul-Ecke. Samtweich harmoniert ihre Stimme wunderbar mit Songs wie dem romantischen "Must Have Been An Angel" und dem verträumten "All My Life" und erinnert an Joss Stone, das 21-jährige Stimmwunder aus England.
Nach vielen Balladen wirkt "I Need A Man" durch die schnellen Beats wie ein Weckruf. Bei Songs wie "I Know" läuft sie mit ihrer kraftvollen Stimme zur Höchstform auf. "Mama" macht durch Zaschas tiefe Stimme zu Anfang Lust auf mehr, enttäuscht aber schnell durch die sich immer wiederholenden Lyrics. Der Song ist mit sechs Minuten der längste, allerdings auch eintönigste Titel auf der Platte.
Liebe, Hoffnung und Dankbarkeit. Davon handeln die 13 Lieder auf "The Bottom Line", die Zascha alle selbst geschrieben hat. Beim erstmaligen Hören scheint das Album, bis auf die bereits veröffentlichten UpTempo-Nummern "Ouch!" und "Like U Do" sehr balladenlastig. Doch finden sich später weitere eingängige Stücke, beispielsweise das poppige "Sing Me A Song" und das nachdenkliche "B Cos Of U".
Man merkt, dass Zascha sich an anderen Künstlern orientiert hat. Das ist ihr auch gelungen. Das Album erinnert allerdings zu stark an Katie Melua und Joss Stone, um eigenständig zu wirken. Trotzdem ist "The Bottom Line" durch die Mischung diverser Musikstile nach mehrmaligem Hören ein Genuss.
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