Wo bin ich: jobs  

published: 03.09.2008
Forum für Ausbildungsplatzsuche
Auffallen ist angesagt!
Susann Holbein ist gelernte Medienpädagogin (Foto: Holbein)
Susann Holbein ist gelernte Medienpädagogin
(Foto: Holbein)
Links
www.ausbildung-kassel.net
www.los-kassel.de
www.susanne-holbein.de

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Eine Bewerbung ist nicht weniger als Werbung für einen selbst. Werbung, die dazu dienen soll, andere von den eigenen Fähigkeiten und Qualitäten zu überzeugen. Besonders für Berufsanfänger ist es jedoch keine leichte Aufgabe, die erste Bewerbung korrekt und vollständig zusammenzustellen und sich damit auch noch besonders hervorzuheben. Doch gerade das ist wichtig, denn häufig gibt es mehrere Anwärter auf einen Arbeitsplatz und bei der Entscheidung der möglichen Arbeitgeber ist neben der Qualifikation auch die eigene Selbstdarstellung ausschlaggebend.
Susanne Holbein ist eine erfahrene Medienpädagogin und weiß um die Probleme, mit denen viele Schulabgänger bei ihrem ersten Schritt ins Arbeitsleben zu kämpfen haben, gerade, wenn sie "mit ihrem Zeugnis und Schulabschluss nicht so gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben". An eben solche Bewerber richtet sich ihr Forum www.ausbildung-kassel.net. Das ist übrigens im Rahmen eines LOS-Projekt (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entstanden, mit dem so genannte Mikroprojekte zur Verbesserung der sozialen und beruflichen Integration von Menschen in benachteiligten Stadtteilen finanziert werden.

In ihrem Forum bietet Susanne Holbein ab diesem Herbst in Zusammenarbeit mit dem Medienprojektzentrum Offenen Kanal Kassel und dem Freien Radio Kassel Wochenendkurse für Jugendliche an. Zehn Jugendliche pro Kurs bekommen von ihr und einem Kollegen einen praktischen Ein- und Überblick beim Erstellen von Audio- und Filmbeiträgen, in denen sie sich vielfältig darstellen und ihre Fertigkeiten zeigen können. Außerdem lernen sie, eine eigene Homepage zur Selbstdarstellung zu bauen, auf der mögliche Arbeitgeber sich über die Bewerber informieren können. So viel Engagement, Eigeninitiative und Kreativität wird anschließend hoffentlich mit einem Ausbildungplatz belohnt. Die Kurse kosten fünf Euro.

Scoolz hat mit Susanne Holbein über ihr Projekt sowie die Voraussetzungen und Chancen der Teilnehmer gesprochen.

• Frau Holbein, wie kamen sie auf die Idee zu Ausbildung-Kassel?
Susanne Holbein: "Während anderen Medienprojekten dachte ich mir, dass es doch toll wäre, wenn die Jugendlichen nicht nur ihre eigene Reportage oder Hörspiel auf CD zu Hause haben, sondern die Medien für sich richtig nutzen könnten. Beinahe wäre das Projekt gescheitert, da ich wegen Baumaßnahmen nicht in dem Jugendclub weiter arbeiten konnte. Zum Glück ergab sich dann aber noch die Zusammenarbeit mit der Hauptschulklasse der Georg–August–Zinn Schule (GAZ). (Anm.d.Red.: Deren Arbeit man schon jetzt auf der Seite www.ausbildung-kassel.net sehen kann) Für die Schüler/innen war es anfangs nicht ganz einfach, da sie die ersten waren, die die Beiträge erstellten und ihre Seite einrichteten. Für alle weiteren Teilnehmer/innen wird es jetzt viel einfacher, da sie schon sehen können, wohin die Reise geht."

Susann Holbein bei der Arbeit im Aufnahmestudio (Foto: Holbein)
Susann Holbein bei der Arbeit im Aufnahmestudio
(Foto: Holbein)
• Wie sieht ein Kurs in der Praxis aus und wie sollten sich die Teilnehmer darauf vorbereiten?
"Wir treffen uns Samstag/Sonntag im Medienprojektzentrum Offener Kanal Kassel (MOK). Zuerst gibt es eine theoretische Einführung für alle, dann teilt sich die Gruppe und im rotierenden System lernen die Jugendlichen die einzelnen Bereiche ganz praktisch: Homepage einrichten und gestalten, Konzept für Aufnahmen erstellen (was alles beachtet werden muss), einen Film und Audiobeitrag aufnehmen und schneiden. Die Teilnehmer/innen sollten ihre Bewerbungsunterlagen, Passfotos, Arbeitsproben (Fotos) und Praktikumsberichte mitbringen – am Besten auf einem USB-Stick. Sie sollten sich vorher schon Gedanken machen, was sie gut zeigen und wie sie sich besonders gut präsentieren könnten – aber das werde ich vorab auch mit ihnen besprechen. Sie bekommen an diesem Wochenende die Grundlagen vermittelt, um 'ihre' Online-Bewerbung zu gestalten, wenn jemand gut vorbereitet ist (und je nachdem, was er/sie aufnehmen bzw. filmen möchte) könnte man die Seite sogar fertig bekommen. Wichtig ist, dass sie 'ihre' Seite jederzeit selber aktualisieren und verändern können und daher der Online-Auftritt an diesem Wochenende nicht fertig werden muss."

• An welche Zielgruppe wenden Sie sich mit Ihrem Forum und was genau möchten Sie damit erreichen?
"In erster Linie richte ich mich an diejenigen, die mit ihrem Zeugnis und Schulabschluss nicht so gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben. Durch dieses Forum bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, sich vielfältiger darzustellen und sich positiv von der Masse abzuheben. Was gibt es denn schon, was ein 16-Jähriger seiner Bewerbung beifügen kann, mit dem er/ sie sich von den Mitbewerbern unterscheidet oder gar ‚auffällt’? Kurz gesagt: Ihre Chancen bei der Ausbildungsplatzsuche sollen sich verbessern."

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