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Redaktionelle Anzeige | Powered by TK published: 04.09.2008
Neuer Scoolz-Experte
Derk Langkamp berät im Help-Forum
Derk Langkamp, Kriminalhauptkommissar a.D., wird sich in Zukunft neben Dr. Karin Anderson um die Probleme der Scoolz-User kümmern (Foto: Public Address)
Derk Langkamp, Kriminalhauptkommissar a.D., wird sich in Zukunft neben Dr. Karin Anderson um die Probleme der Scoolz-User kümmern
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Ab sofort wird im Help-Forum neben Dr. Karin Anderson ein zweiter Experte eure Fragen beantworten. Derk Langkamp ist Kriminalhauptkommissar außer Dienst und war 15 Jahre als Jugendbeauftragter für die Hamburger Polizei im Einsatz. In dieser Funktion besuchte Langkamp zahlreiche Schulen und sogar Kindergärten, um für Kinder und Jugendliche mit Problemen da zu sein.

Dass der 60-Jährige sich während seiner Laufbahn immer besonders für Jugendliche einsetzte, hat ganz spezielle Gründe: "Es störte mich schon als Jugendlicher, wenn Erwachsene viel geredet, aber letztendlich nichts getan haben", so Langkamp. Die meisten hätten ihre eigene Jugend dann immer ganz schnell vergessen: "Jugend darf rebellisch sein. Ich finde es gut, wenn Jugendliche etwas bewegen wollen."

Mit 17 Jahren begann Langkamp seinen Dienst bei der Polizei und war hauptsächlich in Problem-Stadtteilen tätig, bevor er in den 70er Jahren zur Kriminalpolizei wechselte. Über ein Jahrzehnt "betreute" er dann junge drogenabhängige Prostituierte und die Stricher-Szene in Hamburg St. Georg. "Ich war damals schon für viele der Kummerkasten, für manche sogar eine Art Vaterfigur", erzählt er.

Besonders bei Problemen rund um Mobbing und körperliche Gewalt möchte Langkamp euch künftig zur Seite stehen: "Das Thema Mobbing ist bei vielen noch relativ unbekannt, irgendwie schlecht greifbar. Ich glaube, dass das Gewaltproblem leider an vielen Schulen präsent ist. Jugendliche fühlen sich, was das Thema angeht, oft allein gelassen, weil sie nicht wissen, wen sie fragen sollen." Teils hätten sie einfach keinen Draht zu ihren Lehrern oder fänden sie schlicht zu "doof", um ihre Probleme zu verstehen, erklärt Langkamp. "Dabei geht es oft nur darum, die richtige Ansprache zu finden." Ob bei Vorfällen an der Schule, Problemen mit den Lehrern oder den Eltern, Langkamp möchte vor allem auch Tipps vermitteln, an wen sich Betroffene im Ernstfall wenden können: "Beratungsstellen, Gewaltprävention und Vereine können helfen. Losmarschieren muss derjenige dann aber selber."

Dr. Karin Anderson berät seit vielen Jahren als Fachärztin für psychotherapeutische Medizin im Help-Forum (Foto: Public Address)
Dr. Karin Anderson berät seit vielen Jahren als Fachärztin für psychotherapeutische Medizin im Help-Forum
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Als Kriminalhauptkommissar a. D. kennt Derk Langkamp die polizeilichen Abläufe bestens. "Ich darf und kann natürlich keine Rechtsberatung machen, aber einige relevante Fragen kann ich sicher beantworten", verspricht er. "Der Umgang mit einem im Dienst befindlichen Polizeibeamten ist naturgemäß bisweilen schwierig für Jugendliche, die sich nicht sicher sind, ob sie eventuell eine Straftat begangen haben." Der Polizeibeamte unterliege einer unbedingten Strafverfolgungspflicht (Legalitätsprinzip). Wenn man ihn mit einem strafbaren Sachverhalt konfrontiere, müsse er diesen zur Anzeige bringen, ob er wolle oder nicht. Wer sich also bei einem Polizeibeamten informieren möchte, wie er oder sie in einer kniffligen Situation vorgehen soll, der sollte es vermeiden, einen konkreten Sachverhalt mitzuteilen. "In solchen Fällen ist ein Gespräch im Konjunktiv zu empfehlen. Damit bringt man weder den Polizeibeamten noch sich selbst in Bedrängnis", so Langkamp.

Neben seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten für das Präventionsprojekt "Gefangene helfen Jugendlichen" und die Opferschutzorganisation "Weißer Ring" arbeitet Langkamp auch als Anti-Aggressivitäts-/
Coolness-Trainer. Der Experte hofft, besonders aus dieser Tätigkeit wichtige Informationen an die Scoolz-User weitergeben zu können: "Manchmal hilft es nicht unbedingt, jemanden wegen seiner schlechten Kindheit in Schutz zu nehmen – natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. In der so genannten konfrontativen Pädagogik geht es in erster Linie darum, jemanden mit seiner Tat zu konfrontieren, gleichzeitig aber das Leid des Opfers zu verstehen und darüber nachzudenken. Motto: Ich mag dich als Mensch, verurteile aber deine Tat."

Der Scoolz-Experte legt Wert darauf, Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen: "Die Jugend hat das Recht viel zu fragen, denn sie entwickelt sich und wächst in ein Leben hinein, von dem sie noch nicht viel weiß. Erwachsene haben die Pflicht, zuzuhören und eine ehrliche Antwort zu geben. Für mich gibt es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten."

[TK]
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