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Redaktionelle Anzeige | Powered by TK published: 06.12.2005
TV-Sucht
Einfach abschalten?
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Einfach abschalten…
... das denkt sich Lena, wenn sie von der Schule nach Hause kommt. Dann schaltet sie den Fernseher ein. Leider klappt es aber nur mit dem Abschalten von lästigen Gedanken und Problemen, den Fernseher selbst abzuschalten schafft sie immer seltener. Lena ist sehr unglücklich: „Ich habe kaum noch Freunde. Ich kann mich in der Schule nicht mehr konzentrieren und habe Angst, weil ich es nicht schaffe zu lernen und die Hausaufgaben immer vor mir her schiebe. Ich sage mir jeden Tag, dass ich heute nicht fernsehen will, aber dann schalte ich die Kiste doch ein. Ich muss es einfach, sonst werde ich nervös und kann an nichts anderes mehr denken.“

Kann der Fernseher eine Droge sein?
Alles, was dich fasziniert, kann dich auch süchtig machen: Das Handy, das Internet oder eben das Fernsehprogramm. Natürlich kann man den Fernseher nicht mit Zigaretten oder Alkohol vergleichen. Aber steigende Suchtzahlen beweisen, dass es so etwas wie eine Abhängigkeit von dieser schnell verfügbaren „Droge“ gibt, auch wenn die TV-Sucht als Krankheit noch nicht überall anerkannt wird. Fernsehsucht zählt zu den psychischenSüchten, bei denen es keine Entzugserscheinungen gibt, wie beispielsweise bei stofflichen Drogen. Trotzdem ist das Verlangen nach der „Droge“ Fernsehen groß und nicht mehr zu steuern. Der Abhängige reagiert nervös und gereizt, wenn das Fernsehprogramm mal nicht verfügbar ist.

Zu viel Glotze macht krank
Kids die oft fern schauen sind unruhiger und unaufmerksamer als andere Kinder – das zeigen amerikanische Studien. Auch schlafen „Vielgucker“ schlechter und weniger. Hinzu kommt, dass die viele Zeit vor dem Fernseher der Gesundheit schadet. Übergewicht, Rückenschmerzen und Augenschäden sind Ursache von zu viel Flimmerkiste und zu wenig Sport oder anderen Aktivitäten. Auch die Psyche leidet unter dem Fernsehkonsum: Du kannst dich innerlich leer fühlen, weil du selbst nichts mehr auf die Reihe bekommst, nichts selbst erlebst und nicht kreativ bist. Diese Dinge brauchen wir jedoch für unser Wohlbefinden. Neben der spannenden Fernsehwelt kommt dir dein eigenes Leben schnell öde vor.

Couch-Potatoe und Serienopfer
Die Sucht beginnt meist so: Du bist begeistert von einer Serie, oft einer Soap, die du täglich gucken musst. Da sie immer an einer spannenden Stelle aufhört, schaltest du den nächsten Tag wieder ein. Dann entdeckst du eine andere Serie, die auch nicht schlecht ist – es scheint dir unmöglich, diese zu verpassen! Immer mehr „Dates“ kommen am Tag hinzu, ohne dass du es merkst. Du richtest deinen Tag schließlich komplett nach dem Fernsehprogramm. Besonders anziehend sind Daily Soaps, Telenovelas, Shows, Zeichentrickfilme und jede Art von Serien, die in regelmäßigen Anständen laufen. Wenn dann noch Probleme in der Schule, Stress mit der Familie und Freunden oder Liebeskummer hinzukommen, kann das der Start in eine Fernsehsucht sein.

Warum ist Fernsehen so verlockend?
Du kannst für kurze Zeit eigene Probleme und Ängste in die Ecke stellen und in Talk- oder Reality-Shows den Problemen anderer zusehen und bei denen der Soapstars mitfiebern. Du kannst aus der wirklichen Welt flüchten und in einen angenehmen und passiven Zustand versinken. Die Welt im Fernsehen ist bunt, spannend, Action-geladen, emotional und unendlich groß. Und das Beste ist: Du kannst sie einfach per Knopfdruck ein- und ausschalten. Was aber, wenn du den Knopf zum Wegdrücken nicht mehr findest und die eigene Welt nur die auf der Mattscheibe ist? Es ist ganz normal, sich hin und wieder von lästigen Pflichten durch Fernsehen abzulenken. Schlimm wird es nur, wenn man als TV-Junkie nicht mehr in den Alltag und die Realität zurück findet.

Von Fernsehlust zu Fernsehfrust
Du kannst dich durch die Glotze betäuben oder von Problemen ablenken. Doch Angst, Unruhe und andere unangenehme Gefühle werden beim Fernsehen zwar gedämpft – aber nicht gelöst. Wer viel fernsieht, möchte sich meist von sich selbst und den eigenen Gedanken ablenken. Viele Fernsehsüchtige werden nervös, wenn es plötzlich um sie herum still ist. Zwanghaftes, unkontrolliertes, übermäßiges Fernsehen beeinträchtigt das Denken letztendlich negativ. Man fühlt sich unfrei und getrieben von seiner Sucht. Bedenklich wird es, wenn man von morgens bis abends vor der Flimmerkiste sitzt und niemanden mehr an sich ran lässt.

Du glaubst, du bist abhängig? Das können Warnhinweise auf TV-Sucht sein:
· Du hast oft das unwiderstehliche Verlangen, fern zu sehen und kannst dich nicht dagegen wehren.
· Du schaffst es nicht, dir selbst Grenzen zu setzen. Du hast keine Kontrolle mehr und deswegen auch Schuldgefühle.
· Du sagst Verabredungen ab, weil du keine Lust hast und lieber fern schaust. Du ziehst dich von deiner Familie zurück.
· Du tust weniger für die Schule und deine Noten werden schlechter.
· Du verheimlichst, dass du so viel guckst.
· Du wirst nervös, gereizt oder depressiv, wenn du den Fernseher nicht einschalten kannst. Wenn du eine Sendung verpasst, bist du ungenießbar.
· Du schläfst schlecht und manchmal weniger als fünf Stunden, da du den Knopf zum Ausschalten nicht findest.
· Dir fällt es schwer, in einem ruhigen Zimmer zu sein und gar nichts zu tun. Der Fernseher läuft bei dir oft im Hintergrund, obwohl du gar nicht hinschaust.

Treffen drei der oben genannten Dinge auf dich zu? Geht das schon länger als sechs Monate so? Dann bist du auf jeden Fall gefährdet, in eine Fernsehsucht zu geraten.

Treffen mehr als vier der Punkte auf dich zu, kann man von einer TV-Sucht sprechen. Der erste Schritt ist, dass du dies selbst erkennst. Nur dann kannst du dir Hilfe suchen.

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