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Redaktionelle Anzeige | Powered by TK published: 18.11.2011
E-Bullying/Cyber-Bullying
Terror per SMS
Drohungen kommen per Cyber-Bullying direkt ins Wohnzimmer (Foto: Public Address)
Drohungen kommen per Cyber-Bullying direkt ins Wohnzimmer
(Foto: Public Address)
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Das Handy piept, eine neue SMS: "Pass bloß auf, morgen bist Du dran!". Per Instant-Messenger erscheinen im Minutentakt neue Nachrichten auf dem Bildschirm: "Warum wurdest Du nur geboren?", "Du bist so unendlich dumm", "Lass Dich nie wieder blicken" und im Postfach liegt eine E-Mail mit unbekanntem Absender. Darin steht: "Du bist so ein Versager!".

Opfer von so genanntem E- oder Cyber-Bullying sind rund um die Uhr gemeinen Botschaften, Drohungen oder Erpressungen ausgesetzt. Peinliche Fotos, Fotocollagen oder per Handy aufgenommene Filme werden im Internet veröffentlicht und die Täter nutzen jede Art der elektronischen Kommunikation, um ihre Opfer zu demütigen und in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Techniker Krankenkasse gibt Tipps, wie du dich gegen diese Art von Mobbing wehren kannst.

Attacken rund um die Uhr

Die Bezeichnung "Bullying" stammt von dem englischen Begriff "Bully", was soviel bedeutet wie "Tyrann" oder "brutaler Mensch". Besonders belastend ist das "elektronische Mobbing", da Betroffene noch nicht einmal zu Hause, in ihren eigenen vier Wänden, vor neuen Attacken geschützt sind. Auch im Help-Forum gibt es User, die mit dieser Art der Belästigung zu kämpfen haben. Nicht selten gibt es Beiträge wie diesen: "Ich weiß langsam nicht mehr weiter! In letzter Zeit bekomme ich von einem Typen, der auf meine Schule geht, ständig fiese SMS. Am Anfang hat er nicht so oft geschrieben, aber jetzt bekomme ich täglich mehrere Nachrichten. Er schreibt so Sachen wie `Deine Freunde hassen Dich´ oder `Du bist zu fett` oder so. Ich habe versucht, so zu tun, als ob nichts wäre, aber langsam geht das nicht mehr! Ich habe ein bisschen Angst, weil er manchmal auch schreibt, dass mir bald etwas passiert und so. Ich weiß ja, dass ich das nicht so ernst nehmen sollte, aber ich schlafe schon schlecht und wenn mein Handy piept, habe ich immer Angst, dass er es ist."

Feige hinterm Schreibtisch

Dass die Täter beim Cyber-Bullying die Anonymität elektronischer Hilfsmittel nutzen, outet sie als besonders feige. Schließlich können sie vom heimischen Bildschirm oder Handy aus anderen Leid zufügen, ohne sich persönlich den Reaktionen des Opfers oder dritter Personen auszusetzen. Gleichzeitig werden die Betroffenen beispielsweise in Internetforen oder auf Homepages vor einer viel breiteren Öffentlichkeit bloßgestellt als "nur" auf dem Schulhof oder in der Umkleidekabine.

Falls du Opfer mieser Aktionen wirst, solltest du diese Tatsache auf keinen Fall für dich behalten. Ein "Bully" lässt sich nämlich alleine nur schwer stoppen. Merkt der- oder diejenige hingegen, dass du nicht alleine dastehst, sondern dir Hilfe holst oder Verbündete hast, schüchtert ihn oder sie das sicher schnell ein. Sprich mit deinen Freunden, Eltern, Lehrern oder Trainern über die Angriffe und hole dir bei ihnen Hilfe.

Wirst du Zeuge, wie jemand im Internet tyrannisiert wird, greife unbedingt ein und hilf den Betroffenen. Leider sind viele überfordert, wenn sie mit üblen Beleidigungen oder Drohungen konfrontiert werden. Hilf ihnen, indem du Stellung beziehst und sie unterstützt. Wenn der "Bully" merkt, dass er es hier mit einem mutigen Gegenüber zu tun hat, das sich nichts gefallen lässt, wird er sich schnell zurückziehen.

Schütze deine Daten!

Versuche, Attacken per SMS oder Anruf zu ignorieren und beantworte sie niemals. Reagierst du nämlich auf Beschimpfungen oder Drohungen, ermutigt das den Täter vermutlich, sein mieses Spiel fortzuführen. Um dich zu schützen, solltest du persönliche Daten wie Handynummer und E-Mail-Adresse nur an vertrauenswürdige Freunde weitergeben. Bitte sie, diese Daten vertraulich zu behandeln und nicht an andere herauszugeben.

Wenn du deinen Namen in eine Suchmaschine eingibst, kannst du selber sehen, wo und wie oft deine Daten im Internet auftauchen. Falls du sie irgendwo findest, wo du es nicht willst, bitte die Betreiber der jeweiligen Website, sie zu löschen. Manchmal kann es auch helfen, die Nummer zu wechseln oder einen neuen E-Mail-Account zu eröffnen.

Beweismaterial aufbewahren

Glücklicherweise musst du dir nicht alles gefallen lassen. So gelten zumindest in Foren, Gästebüchern oder Chats die gesetzlich garantierten Persönlichkeitsrechte. Das bedeutet, dass jegliche Art von Beleidigung strafbar ist und du den Täter anzeigen kannst.

Auch Drohungen per SMS, E-Mail oder Instant Messenger sind verboten. Löscht darum die unangenehmen MMS, SMS, Videos oder Mailboxnachrichten, E-Mails oder Bilder nicht. Diese Daten sind im Notfall wichtig, um gegen den "Bully" etwas unternehmen zu können. Zeige sie Vertrauenspersonen und bitte sie um Hilfe.

Auch im Help-Forum stehen dir die Scoolz-Expertin Dr. Karin Anderson und der Mobbingexperte Derk Langkamp mit Rat und Tat zur Seite. Falls das nichts nützt, kannst du dich mit dem Beweismaterial sogar an die Polizei wenden.

[TK]
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