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Redaktionelle Anzeige | Powered by TK published: 13.05.2009
Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson
"Meine Mutter ist Alkoholikerin"
Kinder von alkoholkranken Eltern fühlen sich häufig verpflichtet, ihre Eltern zu unterstützen (Foto: Public Address)
Kinder von alkoholkranken Eltern fühlen sich häufig verpflichtet, ihre Eltern zu unterstützen
(Foto: Public Address)
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Wenn Eltern alkoholabhängig sind, geraten Kinder oft in eine Zwickmühle: Einerseits wollen sie ihre Eltern unterstützen, andererseits sind sie selber eigentlich auf Hilfe angewiesen. Aus Angst, ihre Angehörigen zu "verraten" oder "im Stich zu lassen", halten sie die Situation zu Hause aus - und schaden damit der eigenen psychischen und physischen Gesundheit. TK-Expertin Dr. Karin Anderson berät eine betroffene Scoolz-Userin im Help-Forum.

Helena: "Ich habe ein Problem. Meine Mutter ist leider Alkoholikerin. Jedes Mal, wenn sie betrunken ist, schreien und streiten wir nur. Ich habe mir auch schon überlegt, einmal wegzurennen, aber dann bin ich zu dem Entschluss gekommen, das doch nicht zu tun. Es gäbe auch noch die Möglichkeit, zu unseren Freunden zu ziehen, denn die würden das auch erlauben. Aber ich kann doch meine Mutter nicht allein lassen, schließlich habe ich sie ja doch irgendwwo lieb. Jedenfalls, wenn sie nüchtern ist. Auch wenn sie mich göttlich liebt, will und kann sie nicht aufhören. Soll ich also lieber bleiben oder bringt es schon gar nichts mehr und ich soll weg!?!"

Dr. Karin Anderson: "Liebe Helena, Kinder von Alkoholikern haben es wirklich schwer. Auch, wenn Deine Mutter Dich `göttlich liebt´, ist ihre Sucht doch stärker als ihre Einsicht und sie schadet nicht nur sich, sondern auch Dir. Der Zwiespalt, den Du erlebst, ist dabei ganz typisch für Angehörige von Alkoholsüchtigen. Du hast Deine Mutter lieb und möchtest ihr auch gern helfen. Solange Du sie aber unterstützt, gibt es für sie keinen Grund, sich zu verändern und sie kann so weitermachen, wie bisher. Ein `vernünftiges Gespräch´ nützt bei Alkoholabhängigen leider im Allgemeinen überhaupt nichts, denn auch wenn sie scheinbar einsichtig sind und versprechen, mit ihrem Trinken aufzuhören - Süchtige leben nach dem Grundsatz: `Was geht mich mein Geschwätz von gestern an!´.

Ich würde Dir empfehlen, Dich an eine Selbsthilfegruppe für Kinder von Alkoholikern zu wenden (Alateen), falls es so eine Gruppe in Deiner Nähe gibt. Dort erhältst Du viele Informationen über Alkoholsucht, die Probleme im Zusammenleben mit Alkoholikern und über den richtigen Umgang mit ihnen. Vielleicht wäre aber der zumindest vorübergehende Umzug zu Deinen Freunden wirklich richtig, denn diese Trennung würde nicht nur Dich entlasten, sondern könnte auch Deine Mutter zur Einsicht bringen, dass sie krank ist und wirklich professionelle Hilfe braucht. Liebe Grüße, Dr. Karin Anderson"

[TK]
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