Der aus Manchester stammende Sänger und Songwriter Wayne Jackson veröffentlicht mit "Undercover Psycho" sein zweites Studioalbum. Doch wer ist eigentlich Wayne Jackson? Bela-B.–Fans kennen ihn möglicherweise als Gitarrist der Live-Band Los Helmstedt, mit denen der Ärzte-Drummer bereits mehrfach durch die Republik tourte. Dementsprechend erwartet man, mit "Undercover Psycho" eine Indie-Punk-Platte à la Bela B. in den Händen zu halten. Die ersten Töne des Openers "I'm So Beautiful" belehren jedoch eines Besseren.
Songs mit Hit-Potenzial
Radiofreundlicher, aber trotzdem authentischer Pop-Rock ist hier die Devise, bei dem vor allem Jacksons markante Stimme im Vordergrund steht. Die dunkle, raue Klangfarbe ist es auch, die Interesse weckt und Jackson von der Masse an Pop-Rock-Acts abhebt. So hat Song Nummer zwei, die Single "Hallelujah", absolutes Hit-Potenzial. Er startet mit einem Ennio Morricone Chor-Sample, der Spannung erzeugt und im Refrain wieder aufgegriffen wird. Der zurückgenommene Vers lässt Raum für eine langsame Steigerung der Spannung, die dann im Chorus gipfelt. "Your Stars Never Shine" erinnert stark an "First Time" von Lifehouse, erhält dann aber durch Sängerin Lula, die auch die Managerin von Bela B. ist, eine neue Klangfarbe.
Das Prinzip ist immer ähnlich
Obwohl die Songs gelungen arrangiert sind, wünscht man sich nach den ersten Titeln mehr Abwechselung. Die Stücke folgen alle demselben Prinzip. Sie beginnen mit einer ruhigen, zurückgenommenen Strophe und gipfeln in einem pompös orchestrierten Refrain. Durch die ähnliche Struktur der Songs wirkt "Undercover Psycho" deshalb mit der Zeit ermüdend. Schade, denn generell überzeugen Wayne Jacksons Stücke durch eingängigen Sound, der trotzdem nicht glatt gebügelt klingt.
CD-Tipp - Seit Oktober ist "Sign Language", das erste Album der Newcomer Livingston, erhältlich. Was die Band einzigartig macht, ist die internationale Herkunft der einzelnen Musiker. Das Ergebnis ist ein interessanter musikalischer Stilmix, der trotzdem eingänglich bleibt. ... mehr