In einer umfangreichen Studie haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Koffein bei Personen mit einer bestimmten Gen-Variante Angst auslösen kann. Menschen konsumieren den in Tee, Kaffee oder Energydrinks enthaltenen Stoff hauptsächlich, um morgens fit zu werden oder sich abends wach zu halten. Eine internationale Forschergruppe aus Bristol, London, Würzburg und Münster hat Zusammenhänge zwischen Koffein und Angstzuständen, Aufmerksamkeit und Gewöhnungseffekten untersucht.
Fast 400 Studienteilnehmer
Die Hälfte der 379 Studienteilnehmer nahmen wenig oder gar kein Koffein zu sich, während die andere Hälfte mäßig bis viel konsumierte, mindestens eine Menge von etwa einer Tasse Kaffee pro Tag. Nach einem 16-stündigen Verzicht auf den Wirkstoff wurde ihnen entweder Koffein oder ein wirkstofffreies Scheinpräparat gegeben. Bei Untersuchungen auf genetischer Ebene stellten die Forscher fest, dass Personen mit einer bestimmten Genausstattung durch Koffein stärker in ihren Angstzuständen beeinflusst wurden. Da die Betroffenen allerdings durchschnittlich auch mehr Koffein zu sich nahmen, gewöhnte sich der Körper an den Wirkstoff, was wiederum zu einer Abnahme des Angstgefühls führte.
Bei Teilnehmern, die durch einen mäßigen bis hohen durchschnittlichen Koffeinkonsum an den Stoff gewöhnt waren, äußerten sich außerdem Entzugserscheinungen, wenn sie nach dem 16-stündigen Verzicht ein Scheinpräparat erhielten. Sie wiesen Kopfschmerzen und eine deutlich geringere Aufmerksamkeit auf. Nahmen sie Koffein zu sich, verbesserten sich zwar beide Zustände, allerdings nur bis auf einen Normalwert. Dieser Wert wurde bei Personen, die normalerweise wenig oder keinen Koffein zu sich nahmen, auch bei Verabreichung des Scheinpräparats festgestellt. Es hieß, Koffein gleiche demnach offenbar nur die niedrigen Ausgangswerte der Personen aus, die an den Stoff gewöhnt sind, steigere aber nicht dauerhaft die Aufmerksamkeit.
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