Vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum "Back To Basics" veröffentlicht Christina Aguilera nun ihren neuen Longplayer "Bionic". Das Albumcover stellt die Sängerin als halb Mensch, halb Maschine dar. Elektronisch ist auch die neue musikalische Richtung der 29-Jährigen: Mit den bekannten eingängigen Popsongs von früheren Alben haben die neuen Titel wenig gemeinsam, dafür setzt die Grammy-Preisträgerin jetzt auf Dancepop. Elektro-Beats prägen das gesamte neue Werk. Stücke mit Wiedererkennungswert und mitreißenden Melodien sind dabei leider kaum herausgekommen.
Schon die Vorab-Single "Not Myself Tonight" klingt selbst als Hintergrundmusik langweilig und scheint gar keine richtige Melodie zu haben. Als Auskopplung wäre wohl der Titelsong "Bionic" ansprechender gewesen, da hier zumindest die Melodie im Ohr bleibt. Aguileras eindrucksvolle Stimme, die viele ihrer vorherigen Songs so erfolgreich gemacht hat, tritt fast auch bei den hin und wieder vorkommenden Rap-Einlagen des Albums in den Hintergrund und kommt kaum noch zur Geltung.
Überzeugende Balladen
Lediglich die Balladen unterbrechen diese etwas einseitige Reihe und bilden eine angenehme Abwechslung. Mit "Lift Me Up" knüpft die Sängerin vom Potential her an frühere Klassiker wie "Beautiful" und "Hurt" an – nicht verwunderlich, denn dieser Titel stammt ebenso wie die beiden genannten Balladen von der ehemaligen 4-Non-Blondes-Sängerin Linda Perry. "All I Need" und "I Am" sind zwar relativ simpel aufgebaut, überzeugen aber durch einen harmonischen Einklang von musikalischen und stimmlichen Elementen.
Insgesamt erinnert das neue Album musikalisch stark an Künstlerinnen wie Lady Gaga, was besonders bei "Bionic" und "Vanity" auffällt. Zuweilen kommt einem auch Gwen Stefani in den Sinn. Die Einzigartigkeit der Vorgänger fehlt dabei leider, was auch Kollaborationen mit Rapperin Nicki Minaj oder Sängerin Peaches nicht wettmachen können.
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