Der Wind weht, feiner Nieselregen durchdringt die Kleidung und das Laub fällt: Längst ist der Herbst in Deutschland angekommen. Leider auch im Gemüt vieler Menschen. Denn wenn hierzulande das Tageslicht ein Minimum erreicht, verhagelt das den meisten die Laune. Die Sonne verschwindet derzeit sogar schon gegen 16.30 Uhr. Wenn sie bei dem grauen Himmel überhaupt zu sehen ist.
Genau hier liegt das Problem. Denn der Mangel an Sonnenlicht ist häufig die Ursache für eine jahreszeitlich bedingte Verstimmung. Das führt über verschiedene Mechanismen im Gehirn dazu, dass wir uns vermehrt müde und antriebslos fühlen. Der Körper bildet mehr Melantonin - ein Hormon, das unter anderem den Schlaf- und Wachrhythmus des Körpers steuert.
Einer Mehrzahl der Menschen macht dieser hormonelle Wechsel nichts aus. Andere leiden sehr darunter. Antriebslosigkeit, Traurigkeit und Schlappheit können die Folgen sein - der Herbstblues ist da. Jeder dritte Deutsche fällt während der dunklen Jahreszeit in ein Stimmungstief, Frauen sind mit 36 Prozent deutlich mehr betroffen als Männer (24 Prozent). Das ergab jetzt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker-Krankenkasse (TK). Zum Glück hat die TK ein paar Tipps, mit denen auch die graue Jahreszeit leichter zu ertragen ist.
Die Tageslicht-Therapie
Auch wenn es angesichts des Wetters schwer fällt: Wer raus vor die Tür geht, hält seine Hormone im Gleichgewicht. Denn auch wenn die Sonnen nicht zu sehen ist, ist sie da. Deshalb unbedingt mindestens alle zwei Tage eine Viertelstunde vor die Tür gehen und Licht tanken. Aber auch in der großen Pause zwischen den Schulstunden lohnt sich der Weg auf den Pausenhof, nicht nur wegen der frischen Luft. Also warme Sachen anziehen und vor die Tür. Denn es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.
Hartnäckig hält sich dagegen die Legende, dass Sonne aus dem Solarium die Stimmung aufhellt. Aber das ist nicht der Fall, denn hier kommt nur ultraviolettes Licht zum Einsatz, das höchstens die Haut schädigt.
Sport hilft
Regelmäßige Bewegung hilft gegen den Blues. Durch Sport werden Glückshormone ausgeschüttet, die die Stimmung aufhellen. Wer zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will, begibt sich dafür auch noch an die frische Luft.
Ernährung reguliert
Nicht nur Licht und Bewegung helfen, auch Ernährung kann die Stimmung beeinflussen. Nudeln und Kartoffeln sind ideal gegen die Herbstdepression. Sie enthalten viele Kohlenhydrate und kurbeln im Körper die Produktion des Stimmungsaufhellers Serotonin an. Wie Balsam für die Seele wirkt Magnesium. Der Mineralstoff hilft dem vegetativen Nervensystem und ist so ein Schutzfaktor gegen Stress. Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten, sind Bananen, Linsen, Nüsse und Trockenfrüchte.
Ein Platz an der Sonne
Wer den halben Tag die Schulbank drücken muss, sollte wenigstens in möglichst hellen Räumen sitzen. Deshalb am besten einen Platz an einem Fenster suchen. Dort kommt das kostbare Tageslicht eher vorbei.
Das kleine Bunte anziehen
Klar, mit Schwarz- und Grautönen bist du immer stilsicher und modisch weit vorne. Allerdings sind die Klassiker unter den Modefarben nicht gerade der Renner für die Seele. Denn gute Laune ist bunt. Also habe Mut zur Farbe und trage mal kräftige Töne wie Rot, Blau, oder Gelb. Und wenn es nur ein kreischend bunter Schal ist.
Auch wenn diese Tipps deiner Laune sicher auf die Sprünge helfen können, eine Garantie gegen den Herbstblues ist das nicht. Aber ein Patentrezept gibt es leider nicht. Generell solltest du das tun, was dir am besten hilft. Der eine kauft gerne exotisches Obst, der andere besucht lieber ein tropisches Badeparadies oder tanzt auf einem Rockkonzert. Hauptsache, es tut der Seele gut.
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