Wo bin ich: jobs  

published: 19.01.2006
Promi-Statement
Philippe
Unterstützt die Aktion Ausbildung! - Philippe (Foto: Public Address)
Unterstützt die Aktion Ausbildung! - Philippe
(Foto: Public Address)

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* Hast du selber eine Ausbildung?
Philippe: „Ja, ich habe eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Ich weiß aber nicht warum. (lacht.) Ich wollte eigentlich damals nach der Realschule mein Abi nachmachen und habe mich informiert, was denn die anderen so machen. Dann hatte ich da dieses Berufsinformationsjahr, aber da sagen sie dir nur die bekanntesten Ausbildungsberufe. Es gibt aber über 600, das ist das Problem in Deutschland. Die Jugendlichen kriegen praktisch nur das vorgesetzt, was sie machen sollen: Koch, Bürokaufmann... die ganzen grundlegenden Sachen. Dabei gibt es viel mehr, was man nicht kennt. Es ist beim Studium genau dasselbe: So viele Freunde von mir studieren zum Beispiel BWL, weil sie nicht genau wissen, was sie machen sollen und immer gesagt wird, dass BWL so toll sei und man damit soviel machen könne... Das Problem auch in den Schulen ist, dass die Lehrer nicht auf das jeweilige Talent der Schüler aufmerksam werden, und ihnen so nicht das Richtige raten.“

* Was ist dein Rat an Leute, die jetzt gerade von der Schule abgehen?
„Einfach suchen! Nach meiner Ausbildung habe ich sofort gekündigt und habe als Club-MC weitergearbeitet und echt eineinhalb Jahr nur von diesen Gigs gelebt und habe mir dadurch musikalisches Talent angeeignet. Dann hab ich bei TOYS“R“US gearbeitet und meinen Zivi gemacht. Aber ich wusste immer, was ich machen wollte - und das war Musik. Ich wusste halt nur nicht, wie ich es anstellen sollte. Naja, und dann kam DSDS. Mein Rat ist eigentlich nur: Egal was die anderen zu deinem Berufswunsch sagen und ob es jetzt Zukunft hat oder nicht, mach das! Kein Mensch kann sagen, ob etwas richtig für ihn ist, wenn er es nicht ausprobiert hat. Deswegen ist es wichtig, so viele Praktika wie möglich zu machen, mal reinschnuppern. Wenn man dann eine Ausbildung macht und man nach einem Jahr gleich merkt, es bringt nichts, dann höre auf und verschwende deine Zeit nicht. Ich habe selbst gemerkt, dass ich meine drei Jahre da verschwendet habe. Obwohl ich übernommen wurde, habe ich gekündigt. Als Eltern musst du dein Kind unterstützen in dem, was es machen will und nicht dauernd überlegen, ob es ein Job mit Zukunft ist. Das kann man nie sagen, man kann von heute auf Morgen arbeitslos werden, egal was man macht.“

Philippe mit dem Logo der Aktion Ausbildung! (Foto: Public Address)
Philippe mit dem Logo der Aktion Ausbildung!
(Foto: Public Address)
* Die eine Seite ist die, dass die Jugendlichen wissen sollten, was sie wollen, aber die andere Seite ist, dass es manchmal nicht genug Ausbildungsplätze gibt. Deswegen geht es ja bei unserer Aktion darum, dass die Firmen noch einmal nachdenken sollen, ob sie nicht ein paar mehr Plätze zur Verfügung stellen. Was wäre dein Appell an die Firmen?
„Man darf nicht immer der Jugend die Schuld geben. Viele sagen auch, dass ein Azubi einfach zuviel kostet. Das ist Quatsch, denn nach dem ersten Ausbildungsjahr arbeitet man als Auszubildender genauso mit wie eine volle Kraft. Es ist schwierig, du kannst nicht sagen: ‚Ey, gebt mal mehr Ausbildungsplätze!’ Die Firmen sollten einfach nicht mit Steinen schmeißen. Und auch nicht immer alles nur von den Noten abhängig machen. Wenn jemand nur Hauptschule hat, aber IT-Kaufmann werden will und sich mit dem Fach super auskennt, dann braucht er einen höheren Abschluss. Oder jemand will Kunst studieren, ist super begabt, hat aber kein Abi und kann es daher nicht machen. Was hat Abi mit Kunst an sich zu tun? Das ist ein großes Problem in Deutschland. Die Firmen sollten einfach auch versuchen, mehr Leuten eine Chance zu geben und vielleicht auch mal die Voraussetzungen ein bisschen runterschrauben. Die Betriebe müssen auch die Stärken der einzelnen Leute finden.“

* Warum unterstützt du die Aktion Ausbildung?
„Ich unterstütze die Aktion Ausbildung, weil der Jugend mehr Perspektiven gegeben werden müssen.“

[PA]
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