Rund vier Millionen Menschen pro Jahr suchen bei uns psychiatrische Hilfe: 7 % - 12 % der Männer und 20 % bis 25 % der Frauen in Deutschland leiden an Depressionen - auch viele Kinder und Jugendliche sind mittlerweile von dieser psychischen Erkrankung betroffen. Und jedes Jahr gibt es zwei Prozent Neuerkrankungen.
Depression ist also ein Thema, mit dem fast jeder von uns auf die eine oder andere Weise in Berührung kommt, sei es im Bekannten-, Freundes- oder Familienkreis. Kein Wunder, dass sich auch die Forschung intensiv damit befasst. Wissenschaftler des University of Texas Southwestern Medical Center berichten nun in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift
"Journal of Clinical Psychiatry" über neue Erkenntnisse in Sachen Behandlung.
Test mit allen Altersgruppen
Nach einer Untersuchung mit depressiven Versuchspersonen im Alter von 18 bis 70 Jahren kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Sport bei Depressionen die gleiche Wirkung haben kann wie eine Behandlung mit einem zweiten Antidepressivum; jedoch lediglich dann, wenn durch das erste Medikament die Beschwerden nicht vollständig verschwunden waren.
Dies sei eine gute Nachricht, da viele Menschen lieber Sport trieben, als weitere Medikamente einzunehmen, so die Wissenschaftler. Welches Sportprogramm den Patienten helfe, sei jedoch sehr individuell und müsse auf jeden Patienten einzeln zugeschnitten werden, heißt es weiter.