Das Leiden der kranken Seeleute war dem britischen Schiffsarzt James Lind ein Rätsel. Erst als er den erschöpften Matrosen Zitronen und Orangen zu essen gab, ging es ihnen schnell besser. Der Mediziner hatte auf diese Weise im 18. Jahrhundert nicht nur die gefürchtete Krankheit Skorbut besiegt, sondern auch die Heilkraft und Wichtigkeit von Vitamin C unter Beweis gestellt. Denn von nun an rüstete die englische Marine ihre Schiffe mit ausreichenden Rationen von Zitrusfrüchten aus. Und ließ die unter Seefahrern gefürchtete Krankheit somit ganz aus dem Alltag der Matrosen verschwinden.
Viele Vorteile durch Vitamine
Heute weiß die Wissenschaft: Die Krankheit konnte durch den Mangel an Vitamin C auf See erst entstehen. Nicht nur deshalb ist das Vitamin wichtig für den Organismus. Es fördert die Entgiftungsfunktion der Leber, reguliert die Eisenaufnahme aus der Nahrung und spielt bei der Bildung von Bindegewebe und Hormonen eine wichtige Rolle. Außerdem stärkt es die Abwehrkräfte und baut in der Erkältungssaison einen natürlichen Schutz auf. Eine weiter wichtige Rolle kommt dem Vitamin bei der Bekämpfung der sogenannten freien Radikale zu, aggressive Teilchen, die aus der Umwelt in den Körper dringen.
Nur: Der Körper hat im Laufe der Evolution verlernt, das aus Ascorbinsäure bestehende Vitamin selbst zu bilden. Der Mensch muss es also mit seiner Nahrung aufnehmen. Ernährungswissenschaftler empfehlen deshalb eine Tagesdosis von 100 Milligramm für Jugendliche und Erwachsene. Mit frischem Obst und Gemüse gelangt das Vitamin am leichtesten in den Körper. Allerdings sind es nicht Zitronen und Orangen, die das meiste Vitamin C enthalten.
Vitamin-C-Bomben mit Sprengkraft
Die exotische Buschpflaume und die in Südamerika beheimateten Camu-Camu-Früchte sind die Spitzenreiter in der Liga der Vitamin-C-Bomben. Mit 2300–3150 mg Ascorbinsäure auf 100 Gramm Frucht liegt der Gehalt der australischen Buschpflaume etwa 50 Mal höher als bei Orangen. Die Früchte des Camu-Camu-Busches kommen immerhin auf das Vierzigfache. Allerdings musst du nicht nach Australien oder an den Amazonas fahren, um etwas für deinen Vitaminhaushalt zu tun. Denn Vitamin-C-Bomben gibt es auch in heimischen Gärten reichlich.
Und das beste daran: Sie haben derzeit sogar Saison, sind also frisch in den Supermärkten zu haben. Vor allem Kohlsorten wie Grünkohl (105–150 mg), Rosenkohl (90–150 mg) oder Brokkoli (115 mg) können hier punkten. Auch Paprika (100 mg) und Spinat (50–90 mg) schlagen mit ihrem Vitamin-C-Gehalt noch Zitrusfrüchte wie Orangen (50 mg) und Zitrone (53 mg) oder Kiwis (80 mg). Weit oben in der Liste sind Petersilie (160 mg), Schwarze Johannisbeere (177 mg), Sanddornbeere (200–800 mg)und Hagebutte (1250 mg)
Wichtig: Vitamin C ist sehr empfindlich und wird bei hohen Temperaturen und beim Kochen leicht zersetzt. Auch lange Lagerzeiten und starkes Wässern beeinträchtigen den Vitamingehalt. Deshalb sollte Gemüse nur so lang wie gerade notwendig gegart werden. Die meisten Nährstoffe bleiben beim Dünsten erhalten.
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