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published: 04.01.2012
Artenschutz 2011
WWF zieht gemischte Bilanz
Der Situation des Europäischen Luchs hat sich wieder etwas verbessert (Foto: Ralph Frank /WWF)
Der Situation des Europäischen Luchs hat sich wieder etwas verbessert
(Foto: Ralph Frank /WWF)
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Der World Wide Fund for Nature (WWF) hat die Jahresbilanz in Sachen Artenschutz gezogen. Leider sind auch dieses Jahr wieder viele Verlierer dabei. Erfreulich ist hingegen, dass sich einige Arten etwas erholt haben. Fakt bleibt jedoch, dass immer mehr Pflanzen- und Tierarten aussterben. Grund hierfür ist neben der Wilderei und dem Klimawandel vor allem die Lebensraumvernichtung: Allein 2011 sind 13 Millionen Hektar Wald vernichtetet worden. Eine erschreckende Zahl, wenn man sich verdeutlicht, dass das ein Drittel der Fläche Deutschlands ist oder einer Vernichtung von 36 Fußballfeldern pro Minute entspricht.

Auf der aktuellen Roten Liste des WWF sind weltweit 3879 bekannte Arten vom Aussterben bedroht. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung um 300 Arten. Insgesamt ist jedes vierte Säugetier laut der roten Liste gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Die Verlierer:

Das Nashorn: Das Javanashorn in Vietnam, das westliche Spitzmaulnashorn und das nördliche Breitmaulnashorn in Afrika gelten nun offiziell als ausgestorben. Hauptgrund ist die Wilderei, vor allem um den illegalen Bedarf für die traditionelle asiatische Medizin zu decken.

Der Stör: Fünf von den sechs heimischen Störarten in der Donau sind wegen des illegalen Handels mit Kaviar vom Aussterben bedroht. Bulgarien und Rumänien sind die einzigen Länder in der EU, die noch überlebensfähige Vorkommen dieser Arten beheimaten.

Irawadi-Delfin: Im Mekong, einem Fluss, der durch Südostasien fließt, leben nur noch 85 Exemplare dieser Tierart. Die geringe Population ist durch eine hohe Sterblichkeit der Jungtiere und durch das Nutzen von Kiemennetzen in der Fischerei noch weiter geschrumpft.

Grauwal: Besonders gefährdet ist der Westpazifische Grauwal. Die letzten 130 Exemplare, darunter weniger als 30 paarungsfähige Weibchen, leben vor der russischen Insel Sachalin.

Die Situation des Berggorillas hat sich wieder ewas gebessert. 300 Individuen leben zur Zeit im Bwindi Nationalpark und 480 im Virunga Massiv (Foto: Ralph Frank/WWF)
Die Situation des Berggorillas hat sich wieder ewas gebessert. 300 Individuen leben zur Zeit im Bwindi Nationalpark und 480 im Virunga Massiv
(Foto: Ralph Frank/WWF)

Die Gewinner:

Europäischer Luchs: Im vergangenen Jahrhundert wurde der Luchs gejagt und war dann zu Beginn des neuen Jahrhunderts aus großen Teilen Mittel- und Südeuropas verschwunden. Nun schreitet seine Rückkehr voran, es wird vermutet, dass rund zwei Dutzend Exemplare im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald leben.

Berggorilla: Laut WWF gibt es wieder 778 Berggorillas. Durch die Ausweitung von Schutzflächen konnte der Lebensraum der Berggorillas erhalten bleiben und ihre Population vergrößert werden.

Przewalski-Wildpferd: Die Wildpferde galten seit 1996 in der Wildnis als ausgestorben. Durch Wiederansiedlungsmaßnahmen leben inzwischen wieder rund 300 Exemplare in freier Wildbahn. Sie wurden von "vom Aussterben bedroht" auf "stark gefährdet" zurückgestuft und gelten heute als die einzigen Wildpferde weltweit.

[Laura]
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