Mit einer neuen Methode wollen deutsche Wissenschaftler Querschnittslähmungen eines Tages verhindern können: Um die Prozesse, die bei einer Verletzung des Rückenmarks auftreten, noch besser beobachten und verstehen zu können, haben die Forscher um Frank Bradke vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) nun eine neue Technik entwickelt. Den Experten ist es gelungen, Gewebe für Licht durchlässig zu machen. So lässt sich der Regenerationsprozess im Rückenmark nach einer Verletzung sehr viel schneller und genauer unter dem Mikroskop untersuchen, als dies bisher möglich war.
Denn bei der Erforschung einer Querschnittslähmung standen Wissenschaftler bisher vor einem Problem: Sie konnten die betroffenen Regionen nach einer Verletzung der Nervenfasern nicht beobachten. Die Nerven sind im Rückenmark tief ins Gewebe eingebettet und mit Mikroskopie sehr schwer zugänglich. Mit der neuen Methode kann das Gewebe nun lichtdurchlässig und transparent gemacht werden.
Mit Hilfe von neuer Mikroskopie-Technik per Laserstrahl erhalten die Forscher so einen Einblick in das Innere des Rückenmarks. Dies sei eine wichtige Voraussetzung, um Verletzungen der Nervenfasern dort eines Tages heilen zu können, schrieben die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Medicine".