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Redaktionelle Anzeige | Powered by TK published: 03.02.2012
Kopfhörer
Ganz Ohr im Straßenverkehr
Viele In-Ear-Kopfhörer schirmen das Gehör vor Umgebungsgeräuschen ab (Foto: Public Address)
Viele In-Ear-Kopfhörer schirmen das Gehör vor Umgebungsgeräuschen ab
(Foto: Public Address)
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Sie sind bunt, groß und sorgen für den perfekten Sound: Coole Bügel-Kopfhörer sind längst mehr als nur die Stimme des MP3-Players. Schon vor einiger Zeit sind die mobilen Miniboxen zum Mode-Accessoire geworden. Inzwischen werden sogar die meisten Smartphones gleich mit einem Kopfhörer für den eingebauten MP3-Player geliefert. Wer es modischer und exklusiver will, kauft sich ein schickeres Modell. Ein Rapper vermarktet eine eigene Kopfhörer-Linie, zahlreiche edle Designmodelle sind inzwischen in so manchem hippen Klamottenladen erhältlich. Wer dazugehören will, trägt auf der Straße Musik auf den Ohren. Die Folgen können dramatisch sein, weiß auch die Techniker Krankenkasse (TK).

Gefahr durch neue Technik

Das Problem: Durch die Weiterentwicklung der Technik werden heute Bügel- oder sogenannte In-Ear-Kopfhörer hergestellt, die deutlich weniger Umgebungsgeräusche ans Ohr lassen als noch vor einigen Jahren. Einige Modelle isolieren den Außenschall durch eine spezielle Technik sogar vollkommen. So kann der mobile Musikliebhaber zwar ausschließlich seiner Lieblingsmusik lauschen - in den Straßenverkehr gehört diese Technik aber nicht. Denn von seiner Umwelt bekommt der Kopfhörerliebhaber so deutlich weniger mit, als es nötig ist.

Laut einer amerikanischen Studie der Universität von Maryland werden immer häufiger Personen Opfer von Unfällen, die mit Sound im Ohr im Straßenverkehr unterwegs sind. In den vergangenen sechs Jahren haben mehr als dreimal so viele Fußgänger Verletzungen aus Unfällen davongetragen als in der Zeit davor. Gerade unter den jungen Menschen hätten auffällig viele Kopfhörer getragen. Von den 116 untersuchten Fällen endeten 70 Prozent tödlich. Jedes vierte Opfer hatte zuvor eine Autohupe oder ein anderes Warnsignal nicht gehört. "Jeder ist sich des Risikos bewusst, das der Gebrauch von Mobiltelefonen im Straßenverkehr mit sich bringt. Trotzdem sieht man immer mehr Teenager, die sich Kopfhörer tragend mit ihrem neusten Gerät beschäftigen", so Studienleiter Richard Lichenstein.

Anstieg bei tödlichen Verkehrsunfällen

In Deutschland zeichnet sich ein ähnliches Verhalten ab. Auch hierzulande ist die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger stark angestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt verunglückten zwischen Januar und September 2011 25 Prozent mehr Menschen tödlich als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnt. "Der Mensch ist darauf konditioniert, den Straßenverkehr nicht nur mit den Augen sondern auch mit den Ohren wahrzunehmen", sagte Sven Rademacher vom DVR der "Hamburger Morgenpost". Der Straßenverkehr sei heute schon herausfordernd genug. "Da ist es umso wichtiger, Augen und Ohren offen zu halten", so Rademacher.

Gefahr für das Gehör

Neben der Gefahr für Leib und Leben im Straßenverkehr droht auch den Ohren durch die häufig zu laute Musik ein Schaden. Rund ein Viertel aller Jugendlichen in Deutschland leidet laut der Techniker Krankenkasse bereits an nicht heilbaren Hörschäden und Tinnitus-Symptomen - Tendenz steigend.

Forscher der University of Colorado haben herausgefunden, dass schon fünf Minuten täglicher Musikkonsum über Kopfhörer bei voller Lautstärke das Risiko eines Hörschadens stark erhöht. "Arbeiter müssen bei einem Lärmpegel von 85 Dezibel Gehörschutz tragen, MP3-Player dröhnen aber mit bis zu 100 Dezibel, was durchschnittlich einer Lautstärke entspricht, die in einer Disco einen Meter vor der Box herrscht", so Cornelia Benzing von der TK. Die Expertin rät, täglich nicht mehr als 60 Minuten Musik bei maximal 60 Prozent der Lautstärke zu konsumieren. "Wer dann noch dem Gehör regelmäßige Geräuschpausen zur Regeneration gönnt, ist auf der sicheren Seite", so Benzing.

[TK]
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…dass es in den USA mehr Plastikflamingos als echte gibt?
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