Was treibt einen 20-jährigen dazu, sich sein Brett zu schnappen, sich aufs Bike zu schwingen oder seine Inliner an die Füße zu schnallen und diese Geräte auch noch in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Es geht um die persönliche Freiheit! Keine festen Trainingszeiten, niemand, der einem sagt, was man zu tun oder zu lassen hat. Man kann einfach auf die Straße oder an den Strand gehen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Für viele ist Skaten, Surfen, BMX oder Inlineskaten aber viel mehr als ein Sport. Es ist eine Lebenseinstellung! Allerdings ist bei diesen "Sportarten" auch das Verletzungsrisiko ziemlich hoch. Um dem vorzubeugen, geben wir euch einen Einblick in die verschiedenen Disziplinen und sagen, wie ihr euch am besten schützen könnt.
Surfen – der Sport der Könige
Das Reiten auf den Wellen war vor vielen Jahren noch den Königen auf Hawaii vorbehalten. Damals wogen die Bretter allerdings auch noch 100 Kilo. Heute kann jeder surfen gehen. Und ein Board wiegt dank neuer Materialien nur noch einen Bruchteil dessen. Und ja, auch in Deutschland ist surfen möglich. Mittlerweile gibt es in good old Germany eine kleine, aber feine Surfszene, die auch international schon Aufsehen erregen konnte.
Surfspot Sylt
Prominenteste Vertreter sind wohl Thomas Lange und Marlon Lippke. Bekanntester Surfspot in Deutschland ist ohne Frage Sylt. An guten Tagen erwarten euch Wellen mit einem bis zwei Meter Höhe. Leider ist die Nordsee recht chaotisch und kann natürlich nicht mit den "big waves" auf Hawaii mithalten. Aber Fun ist auch auf unseren heimischen Gewässern garantiert. Außerdem sind hier zu Lande noch nicht so viele Surfer auf dem Wasser, so dass auch Anfänger immer genug Wellen bekommen.
Leash und Finne
Damit euer erster Wellenritt nicht zum Desaster wird, haben wir Bernhard Eblinghaus gebeten, Bernhard Eblinghaus
im Interview uns etwas zum Thema Sicherheit zu sagen: "Achtet auf ausreichenden Sonnenschutz, auf dem Wasser unterschätzt man die Kraft der Sonne schnell. Alternativ zur Sonnencreme kann man auch elastische Shirts tragen, sie schützen dich vor Sonnenbrand. Informiere dich über Strömungen, man wird schneller aufs Meer hinausgezogen, als man denkt. Fragt Locals oder die Strandaufsicht nach Steinen oder Riffen, die unter der Wasseroberfläche lauern. Ein Sturz kann schmerzhafte Folgen nach sich ziehen. Außerdem solltet ihr auf jeden Fall eine Leash benutzen. Eine Leash ist ein gummiartiges Seil, das ihr um euer Fußgelenk bindet; das andere Ende wird am Board befestigt. Damit verhindert ihr, dass euer Brett nach einem Sturz unkontrolliert durch die Gegend fliegt und andere Surfer verletzt. Desweiteren gibt es extra anfängerfreundliche Finnen. Eine Finne ist das Teil unter dem Board und ermöglicht das geradeaus Fahrenn oder auch das Wegrutschen in Kurven. Diese Finnen sind oft sehr scharf, deswegen gibt es speziell für Anfänger welche mit Gummikante. In richtig großen Wellen ist auch ein Helm sehr empfehlenswert." In diesem Sinne, take care und hang loose!
Skateboarding – Bretter, die die Welt bedeuten
Anfang der Siebziger waren einige Surfer in Amerika so besessen, dass sie ihre Manöver vom Wasser auf die Straße übertragen wollten. Sie zersägten Bretter, nahmen Achsen und Rollen von Rollerskates und schraubten sie unter das Brett: Skateboarding war geboren! Wer mehr zu den Anfängen wissen möchte, dem empfehlen wir den äußerst grandiosen Film "Dog Town & Z-Boys".
Tail und Nose aufgebogen
Im Laufe der Zeit änderte sich natürlich einiges. Mal wurden die Bretter breiter, dann wieder schmaler, das Tail und die Nose wurden aufgebogen, die Tricks wurden härter und technischer. Was geblieben ist: die ungebrochene Faszination des Rollens. Leute wie Tony Hawk, der unumstrittene König der Halfpipe, oder Rodney Mullen, der Gott des Streetskating, brachten Skateboarding auf eine völlig neue Ebene und setzen bis heute Maßstäbe. Wer skaten nicht nur von der Playstation kennt, der weiß dass es nicht so leicht ist, wie es aussieht. Das richtige Brett, die Achsen und die Rollen spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie die richtige Schutzausrüstung. Am besten geht ihr dafür in den Skateshop eures Vertrauens und lasst euch ausführlich beraten. Was den Schutz angeht: Fahrt niemals ohne Schoner, das heißt Ellenbogen-, Knie- und Handgelenkschoner. Auch ein Helm sollte dazugehören. Es sieht vielleicht nicht cool aus, aber ihr habt nur einen Körper und ein Schädelbruch ist schließlich auch keine besonders coole Sache.