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Wie läuft die Operation ab?
Während einer Haartransplantation werden dem Patienten intakte Haarwurzeln entnommen und an den kahlen Flächen eingesetzt. Dort wachsen sie dann weiter, und das sogar lebenslang! Bei der Operation, die unter örtlicher Betäubung stattfindet, wird aus dem Haarkranz am Nacken ein dicht behaarter Streifen von etwa zehn Zentimeter Länge und einem Zentimeter Breite mit dem Skalpell entnommen. Dann wird er in mehrere kleine Einheiten zerlegt, die der Arzt an anderer Stelle in die Kopfhaut einsetzt. Um die Haare einzupflanzen, sticht der Chirurg punktförmige Kanälchen in die Kopfhaut. ”So erzielt man im Ergebnis eine höhere Dichte", erklärt Constantin Hanneken, Haarchirurg bei Transhair in Düsseldorf und Hamburg der Zeitschrift Prinz.
Was kommt nach der OP?
Das Ergebnis der Operation kann sich in der Regel sehen lassen. Zwar ähnelt die Kopfhaut zunächst einer Erdbeere: lauter kleine Härchen, umrundet mit einer Kruste. Aber schon nach sieben bis zehn Tagen fällt diese ab. Nach der Operation sollte der Patient vier Wochen auf starkes Schwitzen verzichten. Schweiß reizt die Kopfhaut zu stark. Sonne, Sauna, und Sport sind also zu vermeiden. Ist die Haartransplantation erfolgreich verlaufen, beginnt je nach Haartyp sechs Wochen oder bis zu fünf Monate später der neue Haarwuchs. Dennoch sollten die Erwartungen nicht übertrieben hoch sein: Ein voller Haarschopf wie zu Teenagerzeiten ist nicht mehr erreichbar.
Welche Risiken birgt die Transplantation?
Auch wenn jeder operative Eingriff Risiken birgt, sind die der Haartransplantation nach Angaben der Kliniken und Chirurgen überschaubar. ”Die Eigenhaartransplantation ist ein Oberflächeneingriff, der maximal zwei Zentimeter unter die Haut geht - das ist in etwa die gleiche Tiefe wie beim Entfernen eines Leberflecks", so Haarchirurg Hanneken. Vorsicht ist jedoch bei der Auswahl des Chirurgen geboten: Die Zahl der Spezialisten für Haartransplantationen hält sich in Deutschland in Grenzen. Ist der Operateur auf dem Gebiet wenig erfahren, kann es zu ästhetischen Misserfolgen kommen. Deshalb sollte man sich vor dem Eingriff vom Arzt dessen OP-Erfahrung nachweisen lassen. Erfahrungsberichte zu den einzelnen Kliniken lassen sich auch im Internet recherchieren. Leider ist der Eingriff nicht ganz billig: Je nach Menge der verpflanzten Haare kostet der Spaß zwischen 1500 und 6000 Euro. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten.
Die Alternativen: Perücke oder Toupet?
Für diejenigen, denen eine Haartransplantation zu risikoreich oder zu teuer ist, bleiben nur wenige Möglichkeiten, den Kahlschlag zu kaschieren. Als Haarersatz kommen Toupet oder Perücke in Frage. Auf ein Toupet kann zurückgreifen, wer noch Resthaar vorzuweisen hat. Das künstliche Haarteil kann mittlerweile an das Resthaar angeflochten werden und soll dann genau so belastbar sein wie natürliches Haar. Der Markt bietet eine Vielzahl von Produkten und Kombinationen - von Kunstfaser bis Echthaar ist alles dabei.
Zwar gibt es bereits Perücken und Toupets ab 500 Euro, aber hier sollte man lieber auf Qualität setzten und sich für Echthaar entscheiden. Das hat seinen Preis: Für so ein Teil muss man etwa 1500 Euro auf den Tisch legen. Dazu kommen die Kosten für die Pflege. Diesen Service lassen sich die Institute teuer bezahlen. Und da währenddessen schon mal drei Wochen vergehen können, benötigt der Träger ein Ersatz-Haarteil - ein weiterer Kostenfaktor.
Zukunftsaussichten
In ferner Zukunft könnten bei Haarausfall auch Gentherapien erfolgreich sein. Neueste Forschungen arbeiten an Stammzellen- Transplantationen. Tests laufen zwar, aber die Verfahren sind längst nicht marktfähig. Bis es soweit ist, wird sich noch so mancher Kopf lichten.
Fazit
Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie er mit Glatze oder Geheimratsecken umgeht. Mit den Haaren muss nicht auch das Selbstvertrauen verschwinden. Nicht umsonst wird Männern mit Glatze ein gewisser Sexappeal nachgesagt - siehe Kojak, Yul Brunner oder Tennis-Star Andre Agassi. Oder Maximilian Mutzke: Der gewann auch mit hoher Stirn bei Stefan Raab und dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Max konnte die Zuschauer auch ohne OP oder Toupet von seinen Qualitäten überzeugen. Denn schließlich zählt bei einem Talentwettbewerb nur die Stimme - und die hat nichts mit der Frisur zu tun. Es sei denn, man hat Haare auf den Zähnen...
[TK]
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