Psychologische Studien ergeben keine einheitliche Persönlichkeitsstruktur der Opfer. Auch Herkunft und Bildungsgrad sind völlig unterschiedlich.
Was kann man gegen Mobbing tun?
Richtet sich das Mobbing gegen dich selbst, solltest du im Anfangsstadium als erstes den oder die Täter ansprechen. Es besteht jetzt noch die Möglichkeit, dass ihr nur einen Konflikt habt, den ihr besprechen und lösen könnt. Vielleicht habt ihr auch einen Streit und es gelingt euch, ihn aus der Welt zu schaffen.
Dafür ist es schon zu spät? Du bist wie Max systematischem Mobbing ausgesetzt? Dann versuche den nächsten Schritt: Rede mit dem Klassen- oder Vertrauenslehrer und dem Schulpsychologen. Erzähle genau, was vorgefallen ist und wie du dich fühlst. Auch deine Eltern sollten Bescheid wissen. Bestimmt machen sie sich längst Sorgen, warum es dir so schlecht geht und du so ungern in die Schule gehst. Falls sie mit blindem Aktionismus reagieren und voreilig mit den Tätern oder ihren Eltern Kontakt aufnehmen wollen, rede ihnen das aus. Sie sollten nichts ohne deine Zustimmung tun. Vielleicht hilft es euch aber, zusammen eine Beratungsstelle aufzusuchen. Deine Eltern können auch deine Lehrer, den Elternrat oder die Schulleitung einschalten.
Wird dein Mitschüler gemobbt? Viele Opfer schämen sich, dass sie gemobbt werden, und leiden still vor sich hin. Sprich ihn darauf an und hör‘ ihm zu. Wende dich außerdem an die Lehrer und schildere die Situation. Du solltest auch deine Eltern einweihen, die über den Elternrat die Schule für das Thema sensibilisieren können.
Ganz wichtig ist es, dass die Lehrer angemessen reagieren. Sie müssen das Problem vor der Klasse offen ansprechen und klar Stellung beziehen. Vordinglich ist, das Opfer zu schützen und die Täter möglichst in die Lösung mit einzubeziehen. Es kann eine Hilfe sein, Klassenregeln zu entwickeln, die Mobbing verhindern sollen. Überlegt mal gemeinsam, wie man Konflikte in Zukunft fair lösen kann. Super wäre es, wenn zusätzlich an eurer Schule Schlichter ausgebildet würden. Vielleicht ist ja auch ein Projekttag zum Thema Mobbing möglich. Dann stehen die Chancen gut, dass deine Schule wieder ein Ort der Freude, des Lernens und der Muße wird.
Beratungsstellen
Kostenlose und anonyme Mobbing-Beratung gibt es beim Jugendinformationszentrum München. Telefon: 089-51410660, E-Mail
info@jiz-muenchen.de.
Einzelgespräche oder Teilnahme an Gruppen vermitteln Betroffene und Fachleute bei KLIMA e.V., Konflikt-Lösungs-Initiative Mobbing-Anlaufstelle e.V., Telefon: 040/55009924, E-Mail:
KLIMAeV@t-online.de.
Buchtipps
Karl E. Dambach - ”Mobbing in der Schulklasse”
(Reinhardt 2002).
Kristin Holighaus – ”Zoff in der Schule”
(Beltz 2004).
Horst Kasper – ”Mobbing in der Schule”
(Beltz 1998).
Horst Kasper – ”Prügel, Mobbing, Pöbeleien”
(Cornelsen 2003).
Bettina Mainberger – ”Jede Menge Zoff. Was tun gegen Mobbing und Gewalt?”
(dtv 2000).
Frank Schallenberg - ”...und raus bist du! – Mobbing unter Schülern”
(Midena 2000).
Frank Schallenberg - ”Ernstfall Kindermobbing”
(Claudius 2004).