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published: 02.08.2005
CD-Tipp
Lemar – "Time To Grow"
Lemar – "Time To Grow" (Foto: Sony)
Lemar – "Time To Grow"
(Foto: Sony)

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Lemar, Dritter der britischen Casting-Show Fame Academy, hat gerade sein zweites Album “Time To Grow” heraus gebracht. Und tatsächlich ist er nicht nur musikalisch, sondern auch textlich gereift, wie er auf dem sehnsüchtig erwarteten Nachfolger seines Debütalbums “Dedicated” unter Beweis stellt. Etwas über ein Jahr lang hat die Arbeit an diesem Longplayer gedauert und man merkt deutlich, dass Lemar wirklich an sich gearbeitet hat. Bessere Songs, persönlichere Texte und die nach wie vor erstklassige Stimme des Briten zieren das Gesamtbild des unlängst veröffentlichten Silberlings “Time To Grow”. Von dieser Wandlung zum Positiven profitieren natürlich in erster Linie die Hörer, denen auf dem Großteil der Platte so einiges geboten wird. Angefangen mit der Up-Tempo-Nummer “Soul Man”, über das rührende und gleichzeitig verstörende “Call Me Daddy”, bis zum klassischen Soul Track “If There’s Any Justice” sind so ziemlich alle Stilrichtungen der zeitgenössischen urbanen Musik vertreten, die man von Lemar erwartet hatte. Und trotzdem entsteht bei manchem Song der Eindruck, der Sänger hätte sich nicht von anderer Leute Schaffen, sondern hauptsächlich von seinem eigenen Album “Dedicated” inspirieren lassen, oder zumindest versucht, einige der dort aufgeworfenen Thematiken aufzugreifen. “All I Ever Do/Boo Part II” war beispielsweise schon als B-Seite einer letztes Jahr veröffentlichten Single zu haben und kann so für die Fans des Brit-Award-Gewinners kaum neues bieten. In weiser Voraussicht auf das Auffliegen dieses kleinen Haltbarkeitsschwindels hat er sich aber eines der Highlights dieser Platte bis ganz zum Schluss aufgespart. Zuerst möchte man seinen Ohren gar nicht trauen, denn was da an letzter Stelle dieses eher uninspirierten Albums steht, ist ein Song, der drei verschiedene Coverversionen dreier verschiedener Titel in einem vereint. Und die Überraschung ist groß, wenn sich die Bestandteile dieses Trios dann so langsam zu erkennen geben. Dabei reiht sich Marvin Gaye's "What's Going On" an “All My Life” von K-Ci & JoJo und “I Belive In A Thing Called Love” von The Darkness. Eine schräge Mischung, die allen Genres und Zeitrechnungen zum Trotze zu einem der besten Titel des gesamten Albums avanciert und so einen potentiell guten, auf Grund fehlender Ideen jedoch leider etwas langweiligen Longplayer gerade noch vor der Eintönigkeit retten kann.




[Malena]
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