 |
| Ende November schlüpften Hamburger Schüler in die Haut eines Straßenkindes |
| (Foto: Public Address) |
 |
|
|
Bärbel Faak von "Terre des Hommes" steht den "Straßenkindern für einen Tag" mit einem Infostand zur Seite. Mit ihrer Arbeitsgruppe reiste sie nach Kambodscha, um sich einen Eindruck von Straßenkindern zu machen. Dort erlebte sie das Elend der obdachlosen, verlassenen Kinder, die auf der Straße vielen Gefahren ausgesetzt sind. "Sie müssen um ihren Lebensunterhalt kämpfen, und wenn sie es nicht schaffen, sterben sie einfach", sagt Faak. "Sie werden immer nur hin und her geschubst und keiner nimmt sie in den Arm, damit sie einfach mal Kind sein können". Viele dieser Kinder würden Drogen schnüffeln, um ihre Probleme und den Hunger für eine Zeit zu vergessen. Statt zur Schule zu gehen, würden sie sich mit schlecht bezahlten Jobs durchschlagen oder stehlen, weiß die engagierte Frau.
Straßenkinder gibt es jedoch nicht nur in der Dritten Welt, sondern auch in Deutschland. 9.000 Kinder und junge Erwachsene verbringen hierzulande ihr Leben auf der Straße. Die meisten von ihnen kamen zu Hause nicht mehr klar oder wurden von ihren Eltern missbraucht.
Zurück in Hamburg: Als es nach ein paar Stunden zu regnen beginnt, verfliegt die anfängliche Motivation einiger Schüler(innen) schnell. Die Passanten hetzen genervt vorbei und die Kinder bemerken spätestens jetzt, dass das Leben als Straßenkind kein Kinderspiel ist. Ein bisschen erleichtert sind sie deshalb schon, als die Aktion gegen Mittag endet und sie wieder in ihr richtiges Leben zurück kehren können.
Trotz des schlechten Wetters übertreffen die Sechstklässler(innen) mit 630 Euro den Erfolg des letzten Jahres sogar noch. In diesem Jahr unterstützt "terre des hommes" mit den Spenden zwei Projekte, die Straßenkindern helfen. Ein Teil fließt in den Verein "Fixpunkt", der in Berlin obdachlose und drogenabhängige Jugendliche unterstützt und berät. Der andere Teil kommt der Organisation "Krousar Thmey" in Kambodscha zugute, die Straßenkinder aufnimmt und ihnen die Chance auf eine Ausbildung gibt. Außerdem klärt sie die Kinder über Krankheiten auf und versucht sie, wenn möglich, wieder mit ihren Familien zusammen zu führen.
[Lisa]
|