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| In finanziellen Notlagen können Kinder ihre Eltern schon durch kleine Gesten unterstützen |
| (Foto: Public Address) |
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"Ja, auf jeden Fall. Wenn ein Jugendlicher sich einen regelmäßigen Babysitterjob sucht, in der Nachbarschaft Rasen mäht oder Zeitungen austrägt, kann er sich mit dem Verdienten selbst neue Jeans oder Sneakers kaufen, und entlastet dadurch die Haushaltskasse. Mithilfe im Haushalt sollte eigentlich sowieso selbstverständlich sein. In einer schwierigen Zeit für die Familie kann die stillschweigende Erledigung von Haushaltspflichten - ohne mehrfache Aufforderung und ohne Murren und Knurren - den gestressten Eltern darüberhinaus Solidarität und Mitverantwortung signalisieren."
Wenn die eigenen Eltern Angst haben, ist das für ihre Kinder oft schwer auszuhalten. Warum?
"Umfragen zufolge sind Vater und Mutter auch für ältere Teenager noch die wichtigsten Vorbilder. Auch wenn Sohn und Tochter sich sehr selbstständig und erwachsen geben, sind sie doch innerlich noch nicht so unabhängig, dass Ängste und Depressionen ihrer Eltern ihnen nicht auch große Angst machten.
Auch wenn Eltern ihre Kinder nicht mit ihren Problemen belasten wollen und daher nicht in ihrer Gegenwart über ihre Sorgen um Arbeitsplatz und Geld sprechen, spüren auch jüngere Kinder die angespannte Familienatmosphäre und leiden darunter. Das Nichtwissen-aber-dumpfe-Ahnen ist dabei sogar noch schlimmer als die konkreten Tatsachen. Denn in der Fantasie sieht alles vielleicht noch viel schlimmer und bedrohlicher aus, als wie die Situation real wirklich ist.
Können Jugendliche ihre Eltern in so einer Situation trösten?
"Ja, ganz bestimmt! Unterstützung in so einer kritischen Familienlage bedeutet nicht nur tatkräftige Mithilfe, sondern auch ganz einfach Verständnis und Rücksichtnahme. Und Trösten heißt, den Eltern öfter zuzuhören und ihnen häufiger zu zeigen, dass man sie sehr liebhat. Wenn eine Tochter ihren Vater einfach ganz spontan in den Arm nimmt und der Sohn der Mutter die verspannten Schultermuskeln massiert, braucht gar nichts weiter gesagt zu werden - diese Eltern fühlen sich ganz sicher geliebt und getröstet!"
Einige Kids machen sich auch Sorgen um ihre eigene Zukunft und haben Angst, keinen Ausbildungsplatz etc. zu bekommen. Sind solche Zukunftsängste berechtigt?
"Jemand, der kurz vor der Mittleren Reife oder dem Abitur steht, ist natürlich sehr viel eher von der angespannten Wirtschaftslage betroffen als ein Jugendlicher, der noch einige Schuljahre vor sich hat. Aber auch, wenn man eine Zeit auf den begehrten Ausbildungs- oder Studienplatz warten muss - gibt es immer die Möglichkeit, während der Wartezeit etwas für seine persönliche Entwicklung und späteres berufliches Fortkommen zu tun. Sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder bei einer Hilfsorganisation zu verpflichten oder als Au-Pair ins Ausland zu gehen, erweitert nicht nur den geistigen Horizont ungemein, sondern macht sich auch gut in einem Bewerbungsschreiben. Kein Jugendlicher sollte seinen Traumberufswunsch nur deswegen aufgeben, weil er befürchtet, möglicherweise aufgrund der Rezession keinen Ausbildungsplatz oder später keinen Job zu bekommen. Wer auf ´Nummer Sicher` gehen will, und sich nur deswegen auf eine ungeliebten Beruf festlegt, weil er vermeintlich Jobsicherheit garantiert, wird wahrscheinlich nicht nur unglücklich werden, sondern möglicherweise später feststellen müssen, dass es keine garantierte Jobsicherheit gibt."
[TK]
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