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Es gibt Spiele, die erzählen wunderbare Geschichten - von Abenteuern und großen Taten, von Verrat und der dunklen Seite. Die „Prince of Persia“-Serie gehörte schon immer zu diesen Spielen, voller Entdeckungen, Wendungen und Überraschungen. Im neuesten Teil der Serie „The Two Thrones“ wird an diesem bewährten Konzept nicht gerüttelt. Die Geschichte wird von Kaileena erzählt, einer überirdischen Figur des Spiels, die den Prinzen von Persien auf dem Weg zurück von der Insel der Zeit begleitet. Bei ihrer gemeinsamen Ankunft in Babylon finden die beiden aber keine prächtige Stadt vor, sondern ein von Feuersbrünsten und Krieg zerrüttetes Trümmerfeld. Und prompt hagelt es brennende Pfeile, das Schiff wird versenkt und der nach Luft schnappende Prinz muss mit ansehen, wie die geliebte Kaileena von bösen Schergen entführt wird.
Nach dem grafisch grandios gestalteten Intro geht das Spiel direkt in den altbewährten Dritte-Person-Modus über und man übernimmt die Steuerung des Prinzen. Die Beweglichkeit und die Möglichkeiten einer direkten Steuerung sind wie schon aus den Vorgängern bekannt mit wenigen Knöpfen zu erlernen und wiederum extrem vielseitig. Der Prinz ist in etwa so akrobatisch wie die biegsamen Damen aus dem chinesischen Zirkus und auch die Schwerkraft stellt nur teilweise ein Hindernis dar. Einige Neuerungen bietet das Spiel in Hinsicht auf das Kampfsystem, bei dem es jetzt spezielle Angriffe gibt, mit deren Hilfe man sich lästiger Gegner entledigen kann, ohne sich auf einen langen Kampf einzulassen.
Das Spiel besteht neben den Kämpfen hauptsächlich aus vielen Geschicklichkeitspassagen, bei denen man sich durch die Straßen der Stadt schlägt, Hindernisse überwindet und Fallen ausweicht. Hier ist die Möglichkeit zum Umschauen in die Vogelperspektive oder die Ego-Perspektive zu wechseln enorm hilfreich, denn das Spiel gehört nicht zu den einfachsten Herausforderungen des Genres. Die Geschicklichkeitselemente verzeihen keine Fehler und insbesondere die finalen Gegner erfordern viel Training. Zum Glück startet das Spiel an relativ vielen Speicherpunkten neu, falls man mal wieder in den Sand gebissen hat.
Als letztes und wahrscheinlich interessantestes Element wurde „Prince of Persia – The Two Thrones“ um einen Handlungsstrang erweitert, der die Geschichte aus Tausend und einer Nacht einen ganzen Schlag düsterer macht. Um nicht zu viel zu verraten, sei hier nur erwähnt, dass man im Zuge des Spiels quasi in eine „Dr.Jekyll & Mr.Hyde“-Variation rutscht und sich neben dem Prinzen mit dem so genannten „Dark Prince“ als Charakter auseinandersetzen muss. Diese Figur entspricht den dunklen und fiesen Seiten des Prinzen und spielt sich ganz anders. Abweichende Bewegungen und Kampfkombinationen lassen hier ein deutlich unterscheidbares Spielvergnügen aufkommen.
Somit bietet „Prince of Persia – The Two Thrones“ neben der exzellenten Grafik ein bekanntes Spielprinzip angereichert durch einige neue Elemente und ein wieder einmal grandios erzähltes Abenteuer aus 1001 Nacht, vermengt mit dem „Gut und Böse in mir“-Prinzip der düsteren Geschichten von R.L. Stevenson. Nur vom Schwierigkeitsgrad sollte man sich nicht abschrecken lassen.
[Lars]
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