Säuglinge können viel früher gezielt handeln, als es Forscher bisher angenommen haben: Schon im Alter von sechs Monaten ist das Gehirn von Babys weit genug entwickelt, damit diese durch Blickbewegungen zielgerichtete Handlungen durchführen können. Das konnten Wissenschaftler aus Frankurt am Main in einer Studie bestätigen. Für ihre Untersuchung hatte das Team um Jochen Triesch die Augenbewegungen von Säuglingen mit sogenannten "Eye-Trackern" verfolgt. Mit dem Geräte zur Messung von Blickbewegungen konnten die Säuglinge einen Computer steuern.
15 Tierbilder pro Minute
Nach dem gezielten Betrachten eines roten Punktes auf dem Bildschirm wurde ihnen anschließend ein Ton und ein wechselndes Tierbild präsentiert. Sechs bis acht Monate alte Säuglinge lernten sehr schnell, mit ihrem Blick auf den roten "Knopf" das Tierbild abzurufen. Und sie bekamen davon nicht genug: Innerhalb einer Minute holten die Babys das Bild mit ihrem Blick rund 15 Mal.
Bisher wurden gezielte Handlungen von Säuglingen durch andere Bewegungen registriert, etwa durch Zeigen oder durch Drücken eines Schalters. Die Feinmotorik der Arme und Beine entwickelt sich aber erst im Alter von acht bis zehn Monaten soweit, dass die Kinder solche Bewegungen können. Daher waren Untersuchungen in früherem Lebensalter nicht möglich. Als Nächstes wollen die Forscher untersuchen, ob sich diese Methode auch für noch jüngere Säuglinge eignet.
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